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Die Gemeinde Oberdiessbach

Einige Zahlen
Bevölkerungsstatistik
Oberdiessbach im Bild
Das Wappen
Oberdiessbacher Geschichte
Sagenhaftes aus Oberdiessbach
Ds Diessbacher-Liedli
 

Einige Zahlen
 
Gesamtfläche*
davon Waldfläche*
1'304 ha
473 ha
Geographische Lage im Kiesental, 605 m ü.M.
Eingebettet zwischen drei Hügelzügen (Hauben, Churzenberg und Falkenfluh)
Steueranlage 1.54 Einheiten
Liegenschaftssteuer 1.1 °/oo (Promillen vom amtlichen Wert)
Wirtschaftsektoren Land-, Forstwirtschaft ca. 6,5%
  Handel und Gewerbe ca. 33,0%
  Dienstleistungsbetriebe ca. 60,5%
  über 1'270 Arbeitsplätze (positiver Pendlersaldo)
Partnergemeinden Féchy VD und Kardasova Recice (Tschechien)
 
* Fläche per 1.1.2010 mit Aeschlen

Weitere interessante Zahlen und Fakten der Gemeinde Oberdiessbach siehe www.statistik.admin.ch ("regional-> regionalporträts-> gemeindebesuche")

Bevölkerungsstatistik (Stand 31. Dezember 2010)
 
EinwohnerInnen SchweizerInnen AusländerInnen Total
 
männlich 1'462 92 1'554
weiblich 1'475 84 1'559
 
Gesamttotal 2'937 176 3'113
 

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Oberdiessbach im Bild

 
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Das Wappen
 

 
Das Gemeindewappen ist dasjenige derer "von Diessbach", die in der bernischen Geschichte als Kaufleute und Politiker eine hervorragende Rolle spielten.
 

Oberdiessbacher Geschichte
 
Wichtige Kulturgüter sind die Kirche (Neubau 1498 mit Wappenrelief und Wappenscheiben von 1560, Grabkapelle für Albrecht von Wattenwyl, gestorben 1671), das alte und das neue Schloss, der Diessenhof und weitere gut erhaltene Gebäude.

Bedeutendste Ereignisse in der Geschichte des Dorfes sind:
 
1218 Nach dem Tode des letzten Zähringers, Berchtold V., Gründer von Bern, geht der "Hof Diessbach" in den Besitz der Kyburger über.
   
1331 Nach zehntägiger Belagerung und Fall der "Diessenburg" wurde Diessbach erneut durch Bern beeinflusst.
   
1406 Die Kyburger verarmten und Diessbach ging endgültig in den Besitz von Bern über. Meistens schickten sie "Bernburger", die über den "Hof" regierten und ihn zu verwalten hatten. So waren die Diessbacher unter anderem auch verpflichtet, für die Berner Kriegsdienst zu leisten.
   
1798 Bis zu diesem Datum, dem Untergang des alten Berns, blieb Diessbach eine Freiherrschaft.
   
2010 Ortsteil Aeschlen (bis 31.12.2009 eigenständige Gemeinde):
1303 Eschlon. Im Jahr 1764 204 Einwohner; 1850 455; 1900 348; 1950 321, 1970 244; 2000 317. Die Burg Diessenberg nördlich der Falkenfluh war Zentrum der späteren Herrschaft Diessbach, zu der Aeschlen gerichtlich gehörte (hochgerichtlich zum Landgericht Konolfingen). Grundbesitzer waren auch Klöster wie Interlaken und Fraubrunnen. Aeschlen war (und ist heute noch) Teil der Kirchgemeinde Oberdiessbach. Die Bauernschaft setzte 1592 die Teilung der gemeinsamen Allmend gegenüber den Nachbardörfern durch. Die Erschliessung der Gemeinde durch Postkurse nach Oberdiessbach ab 1884 und der moderne Privatverkehr eröffneten auswärtige Arbeitsmöglichkeiten.

Sagenhaftes aus Oberdiessbach
 
Im Jahr 2008 hat Fritz von Gunten das Buch "Sagenhaftes Emmental" herausgegeben. Die beiden Sagen mit "Tatort" Oberdiessbach können Sie hier nachlesen:
 

Die goldene Kette

Einst lebte in Oberdiessbach ein ehrbarer Nagelschmied. Der war arm und konnte sich und seine Familie mit seiner Hände Arbeit nur kümmerlich ernähren. Schon in früher Morgenstunde liess er seinen Amboss erklingen, und unter seinen kräftigen Streichen sprühten die Funken durch die Schmiede, bis die Sonne ihren Lauf vollendet hatte. Dann zog er seinen Lederschurz aus, freute sich der geleisteten Arbeit und war glücklich und zufrieden mit seinem Schicksal.
 
Eines Morgens trat ein armes, verhutzeltes Weiblein in die Schmiede und wollte ein paar Nägel kaufen. Und weil der Schmied ein gutes Herz hatte, schenkte er ihr die Nägel und lud die Frau ein, mit seiner Familie das Morgenbrot zu teilen. Das Weiblein dankte höflich und bemerkte im Fortgehen: «Jede Guttat trägt Zinsen. Sie sollen dir nicht ausbleiben. In der
Sankt-Andreas-Nacht, wenn die Glocke die elfte Stunde geschlagen hat, gehe hinauf zum Schlosshügel mit den drei Kastanienbäumen. Dort, wo der Mondschatten hinfällt, liegen zwei schwere, goldene Ketten vergraben. Die eine gehört dir, die andere verkaufe und gib den Erlös den Armen.» Bei diesen Worten verschwand das Weiblein. Der Schmied traute der Sache nur halb, tat aber doch, wie ihn die Alte geheissen, ging zur bestimmten Stunde hinauf zum Schlosshügel, grub nach und fand richtig die beiden goldenen Ketten. Er wurde ein reicher Mann. Aus dem Geld, das er aus der einen löste, unterstützt man noch heute arme, tüchtige Jünglinge, die ein Handwerk erlernen wollen.


Der Geist im Spechtenloch
 
Hinten im Diessbachgraben bei Oberdiessbach hat das Bächlein inmitten mächtiger Tannen einen malerischen Felsenkessel ausgewaschen. Das Volk nennt die Schlucht das Spechtenloch. Nicht ohne geheimes Bangen gehen Kinder da hinauf. Sie fürchten sich vor dem Spechtenlochpfaff, der in der einsamen Waldschlucht hausen soll. Vor der Reformation soll zu Oberdiessbach ein gottloser Priester gelebt haben, der den Namen eines Knechtes Gottes kaum verdiente.
Er führte ein zügelloses Leben. Statt fleissig die Heilige Schrift zu lesen und sie der Gemeinde auszulegen, stieg er heimlich in den Keller hinab, trank und spielte mit ausgelassenen Gesellen, oder er ging als leidenschaftlicher Jäger dem Weidwerk nach. Da strafte Gott den Übermütigen seines lasterhaften Lebens wegen. Als er eines Tages eben im Begriffe war, die Kellertreppe hinabzusteigen, glitt er aus, brach das Genick und starb. Im Grabe aber konnte er keine Ruhe finden. In mondhellen Nächten stieg er aus seiner modrigen Gruft hervor und irrte im Dorfe herum. Die Leute schreckte er
bald als schwarzer Hund mit feurigen Augen, bald als brennender Knochenmann oder als grüner Jäger. Schliesslich gelang es einem Kapuziner, ihn einzufangen und zu bannen. Die einsame Waldschlucht, das Spechtenloch, wurde ihm zum Aufenthaltsort angewiesen. Jahr für Jahr darf er um einen Hahnenschritt dem Dorfe näher rücken. Schon ist er bei der Mühle angelangt. Hat er einmal wieder den geweihten Boden der Kirche betreten, so ist er erlöst und wird Ruhe finden.


Quelle: Fritz von Gunten, Sagenhaftes Emmental, 2008 zu beziehen beim Autor unter www.fritzvongunten.ch
 

Ds Diessbacher-Liedli
 
Zum Herunterladen: Ds Diessbacher-Liedli von H. Wagner (PDF 207 kB)
 
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