Aktuell-Artikel 31.03.2017

Hans Rudolf Vogt: Sein Herz schlägt noch immer für Oberdiessbach 04.12.2017

Sogar sein Heimatort ist Oberdiessbach: Hans Rudolf Vogt will sich auch nach seinem Rücktritt weiterhin für seine Gemeinde einsetzen. (Bild: zvg)
16 Jahre war er im Amt, 358 Gemeinderatssitzungen hat er geleitet: Oberdiessbachs Gemeindepräsident Hans Rudolf Vogt tritt per Ende Jahr zurück. Ein Rück- und Ausblick.

„16 Jahre ist lang, aber ich habe kein Problem das Amt nun abzugeben“, sagt Vogt. In Oberdiessbach gibt es eigentlich eine Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren. Wegen der Fusion mit Aeschlen begann die Zählung aber bei Null - und Vogt blieb noch etwas länger.

„Damals standen wir bereits in den Fusionsverhandlungen mit Bleiken. Da kann ein Gemeindepräsident nicht abtreten, sondern muss diese durchbringen“, sagt Vogt. Aber jetzt sei der Zeitpunkt gut, es laufe gut in der Gemeinde. Und: „Ich habe viel gemacht für die Gemeinde. Jetzt sollen Jüngere das Ruder übernehmen.“

Die Fusionen mit Aeschlen 2010 und Bleiken 2014 sind das, was Vogts Amtszeit neben der langen Dauer so besonders macht: „Es gibt wohl sehr wenige Gemeindepräsidenten, die gleich zwei Fusionen miterlebten,“ mutmasst er.

Erfolge in verschiedenen Bereichen

In den 16 Jahren gab es aber noch andere Highlights. Zum Beispiel die Sanierung des Buumehus’ im Zentrum von Oberdiessbach, welches die Gemeinde aus einem Erbe übernehmen konnte. Seit 2005 wird es nun als Museum und als Ort für kulturelle Anlässe genutzt. „Heute ist das Buumehus ein Schmuckstück im Dorf“, sagt Vogt. Das viele Geld, das die Gemeinde in das Haus gesteckt habe, sei es wert gewesen.

Vogt wurde in seiner Amtszeit auch Mitglied der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Bern-Mittelland. „So konnte ich die Anliegen der ländlichen Gebiete einbringen und veranlassen, dass Oberdiessbach zu einem Zentrum vierter Stufe aufstieg“, erzählt Vogt. Das bedeute, dass es weniger Hindernisse bei der Gemeindeentwicklung gebe, zum Beispiel bei der Einzonung von Land oder bei Bewilligungen.

Ein anderes erfolgreiches Projekt war die Vermarktung der Gemeinde: „Zusammen mit einem externen Berater aus Österreich haben wir dafür Szenarien erarbeitet und darauf wurde 2009 zum Zweck des Ortsmarketings der Verein `Zäme für Oberdiessbach` gegründet“, so Vogt. Nächstes Jahr feiert Oberdiessbach sein 800-Jahr-Jubiläum und da trage der Verein massgelblich zu rund sechzig Aktivitäten bei.

Ein Erfolg sei auch der Neubau des Sportplatzes Leimen für den FC Oberdiessbach gewesen, der 2013 eröffnet wurde. „Wir haben nun an einem guten Standort eine der schönsten Anlagen im Kanton Bern“, freut sich Vogt. Auch von den umliegenden Gemeinden werde der Platz rege genutzt.

Ortsplanung ging auf

Ein Teil des ursprünglichen Geländes wurde umgezont und ist mittlerweile überbaut. Im Zuge der Ortsplanungsrevision von 2005 wurden weitere Einzonungen gemacht, welche heute bis auf ein Gebiet überbaut sind. Ein Erfolg für Vogt: „Die Ortsplanungsrevision haben wir gut gemacht. Sie ist breit auf die Bevölkerung abgestützt und heute noch aktuell.”

In Planung ist momentan die Überbauung des Vogt-Areals mit mehrheitlich Wohnbauten. „Das Gebiet muss noch umgezont werden“, sagt Vogt zum Stand der Dinge.

Es gab auch Niederlagen

Es gab aber auch die eine oder andere Bruchlandung. Beispielsweise die neue Mehrzweckhalle, die den Wünschen der Bevölkerung nicht gerecht wurde. Das Projekt wurde 2016 sistiert. „Das Projekt müsste nun von den Gegnern wieder aufgenommen werden. Sonst ist die Chance, dass es definitiv scheitert, relativ hoch“, sagt Vogt dazu.

Gefloppt ist auch das Tempo 30 auf dem gesamten Gemeindegebiet. Vogt bedauert, dass es wuchtig abgelehnt wurde und wohl auch nicht wieder aufgenommen werden wird.

Mehr Zeit für den Grossrat, ...

Vogt will nach seiner Zeit als Gemeindepräsident politisch aktiv bleiben. „Bis im Juni 2018 bin ich sicher noch im Grossrat und will im März nochmals dafür kandidieren“, sagt er zu seinen Zukunftsplänen. Er würde gerne in der kantonalen Politik weitermachen und dort die Region Oberdiessbach vertreten. Die Zeit für den Grossrat habe ihm manchmal gefehlt, was sich jetzt aber ändern werde.

Oberdiessbach liegt ihm also weiterhin sehr am Herzen, und das kommt nicht von ungefähr: „Abgesehen von zwei, drei Jahren Ausbildung war ich immer in Oberdiessbach. Ich bin da geboren und aufgewachsen, war aktiv in Vereinen und auch mein Heimatort ist Oberdiessbach“, sagt er. „Mi ghört echli derzue“, meint er bescheiden.

...für die Familie und das Geschäft

Mehr Zeit wird ihm auch bleiben für die Familie: Vogt ist Grossvater von zweijährigen Zwillingsbuben. Auch im Garten könnte er mehr Zeit investieren, meint er. Oder zum Spazieren und in die Berge gehen.

Zudem ist er immer noch mit Herzblut Optiker und Uhrmacher. Das Geschäft an der Kirchstrasse 6 führt er zusammen mit seiner Frau weiterhin. „Vom Alter her könnte ich aufhören, aber meine Frau ist noch etwas jünger“, sagt der 67-Jährige. Sie seien dabei, eine Lösung für die Zukunft des Geschäfts zu suchen. Noch zwei bis drei Jahre will er weitermachen. Dass er nun etwas mehr Luft für Termine haben werde, sei gut für die Kunden.

Vogt: “Oberdiessbach soll lebendig bleiben”

Für Oberdiessbach wünscht sich Vogt, dass es ein lebendiges Dorf ist und bleibt. „Mit den Einzonungen für Gewerbe und Industrie im Zuge der Ortsplanungsrevision haben wir dies realisiert“, sagt er. Wenn es in Oberdiessbach Arbeitsplätze gebe, werde es nicht zum Schlafdorf. „Heute pendeln soviele Leute vom Ort weg wie Leute hinpendeln. Das Dorf ist also attraktiv.“

Text: Isabelle Berger

Bruno Wittwer vom Gewerbepark: „Oberdiessbach hat Potenzial“ 02.10.2017

2013 brannten in Oberdiessbach eine Schreinerei und eine Lagerhalle ab. Die Gebäude standen auf dem Grundstück, welches Bruno Wittwer mit der Hauben AG zwei Jahre zuvor gekauft hatte. Nun steht dort, am Dorfausgang Richtung Konolfingen, vom neuen Gewerbepark bereits ein beachtlicher Teil des Rohbaus. Der für den Bau verantwortliche Wittwer sieht in Oberdiessbach viel wirtschaftliches Potenzial.

Wittwer wohnt seit zwanzig Jahren in Oberdiessbach. Abgesehen vom Gewerbepark sei er aber hier sonst nicht gross aktiv, sagt er. Der ursprüngliche Ingenieur hatte früher mehrere Betriebe im Bereich Maschinenbau. Im Rahmen einer Nachfolgeregelung verkaufte er diese, um sich speziellen Projekten zu widmen: Einem Kleinkraftwerk in Langnau, seinem Hobby als Designer von Möbeln und Wohnaccessoires aus Metall und nun dem Gewerbepark.

Ein bescheidenes Grossprojekt

Dereinst sollen hier auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern Läden und Gewerbebetriebe einziehen – ein Volg, die Bäckerei Aeschlimann mit Café, die Metzgerei Lüthi + Portmann und das Fitnessstudio Phys.i.O. stehen schon fest.

Wenn man mit Wittwer spricht, hat man aber dennoch nicht das Gefühl, dass es sich um ein Grossprojekt handle. „Die Nutzung des Areals wird immer noch etwa gleich sein wie vorher, nur, dass neu alles in einem Gebäude ist“, sagt er. Mehrere Gewerbebetriebe und Geschäfte finden auf unterschiedlich grossen Flächen Platz. Bei der Umsetzung war auch die zeitliche Fertigstellung ein Thema, da die Gebäudeversicherung Fristen für den Wiederaufbau setzte.

Neue Perspektiven nach dem Brand

So bescheiden dies klingt, Wittwer eröffneten sich mit dem Brand neue Perspektiven. „Ich habe hier die Möglichkeit, den Dorfeingang mitzugestalten“, sagt er. Er hat mit den Anwohnern gesprochen. „Das Echo war sehr gut und es gab keine Einsprachen gegen das Projekt, was mich sehr gefreut hat“, sagt er.

Das Gelände sei nach dem Brand unattraktiv gewesen und das Projekt bringe eine Verbesserung der Situation eingangs Dorf. Dort saniert der Kanton demnächst auch die Hauptstrasse und die Gemeinde die Weststrasse ins Industriegebiet.

Der Mix machts

Der Standort an einer Strasse mit viel Durchgangsverkehr sei ideal für Detaillisten und Lebensmittelhändler. „Hier fahren täglich 10 000 Autos vorbei. Im Gewerbepark könnte man beispielsweise am Feierabend im Vorbeifahren einkaufen und vielleicht noch ins Fitness“, schlägt Wittwer vor. Mit dem Mix aus verschiedenen Läden und Gewerben glaubt er auch, dass eine Metzgerei in Oberdiessbach wieder Bestand haben kann.

Er suchte deshalb gezielt nach Mietern, sprach schon im Vorfeld mit der Bäckerei und der Metzgerei aus dem Dorf. Beide sprangen aber wieder ab, die Metzgerei schloss ganz, die Bäckerei zog weg. Wittwer fand aber Ersatz.

„Es macht mir Spass mit den Interessenten zu reden und so viele verschiedene Leute und Gewerbe kennen zu lernen“, sagt er. Es würden sich interessante Fragestellungen ergeben. „Zum Beispiel brauchen sie oben im Fitness auch Proteine“, schmunzelt er und meint mit „auch“, die Metzgerei Lüthi & Portmann im Erdgeschoss.

Trotz guter Erschliessung kaum bekannt

Wittwer glaubt aber nicht nur an den Standort seines Gewerbeparks, sondern insgesamt an den Standort Oberdiessbach. „In zwanzig Minuten ist man von hier aus in Bern, in zehn in Thun, in fünf auf der Autobahn. Aber man kennt Oberdiessbach kaum“, sagt er, der sich wünscht, dass die Gemeinde mehr aktives Standortmarketing betreiben würde.

Noch ist nicht die ganze Fläche vermietet. Die Räume im Kopfbau, dessen Bau eben begonnen hat, sind zum Beispiel noch frei. „Oben wäre Platz für ein Restaurant, aber es braucht dafür mehr einen Unternehmer, als einen Beizer“, sagt Wittwer, der für den grossen Raum auch eine kulturelle Nutzung für möglich hält.

„Die grossen Schaufenster im Erdgeschoss des Kopfbaus wären ideal für einen Töffladen mit Ausstellung und Werkstatt“, meint er. Für die weiteren freien Flächen denkt Wittwer unter anderem an einen Kleider- oder spezialisierten Sportladen. Auch ein kleines Gewerbelokal, beispielsweise für einen Coiffeursalon, im vorderen Gebäudeteil und eine grosse Halle und weitere Gewerberäume im hinteren Teil sind noch frei.

Weitere Mieter und Name gesucht

In einem Jahr soll der Neubau eröffnet werden. „Ich hoffe noch auf zwei bis drei grössere Mieter bis zur Eröffnung, da es dann einfacher wäre zu planen“, sagt Wittwer. Was auch noch nicht steht ist der Name des neuen Gewerbeparks“, sagt Wittwer. „Oberdiessbach Nord“, oder einfach nur „ON“, oder „Spitz“ in Anlehnung an den Standort respektive die Geometrie der Parzelle sind im Spiel. „Ich wäre froh um Inputs zum Namen“, lädt Wittwer ein.

Text und Fotos: Isabelle Berger

Besuch auf dem Diessenhof: Wo der Kompost hingeht und das Gemüse herkommt 07.08.2017

Bruno und Denise Bläuer - hier beim Sonnenblumenfeld - führen den Diessenhof zusammen mit ihrer Tochter, einer Gärtnerin, Bruno Bläuers Vater und weiteren Helfern. (Fotos: Tobias Kühn)
Seit 49 Jahren pachtet die Familie Bläuer den Diessenhof an der Lindenstrasse in Oberdiessbach. Bruno und Denise Bläuer, die den Betrieb in der zweiten Generation führen, haben in den letzten Jahren ihren Hofladen ausgebaut. Gleichzeitig nehmen sie das Grüngut der Gemeinde entgegen. Zwei Dienstleistungen, die sich gut ergänzen.

Die Tomaten sind seit rund drei Wochen reif, am Nachmittag wollen sie Gurken ernten und demnächst geht es ans Kartoffelgraben. Bläuers haben viel zu tun in diesen Sommertagen. Der Diessenhof, den die Familie von der Miteigentümer-Gemeinschaft von Wattenwyl gepachtet hat, umfasst 44 Hektaren - Weide, Ökoflächen, Getreide, Mais, Kartoffeln, Gemüse, Sonnenblumen. Zum Betrieb gehören rund 40 Mastrinder, die Milchwirtschaft wurde vor einem Jahr eingestellt. Das augenscheinlichste Standbein ist der Hofladen.

«Die Lebensmittel haben einen Wert»

Bläuers haben vor rund zwanzig Jahren angefangen, Gemüse zu verkaufen. Das Geschäft ist stetig gewachsen. Letzten Winter konnten sie den Verkaufsraum des Hofladens ausbauen. „Alles Gemüse was wir hier verkaufen, ist hier produziert“, erklärt Bruno Bläuer stolz. Das nach IP-Suisse-Standard angebaute Gemüse soll gut sein, nicht billig, so die Philosophie. „Die Lebensmittel haben einen Wert, man sollte sich dieses Wertes bewusst sein.“

Im Hofladen kostet ein Salat stets 1.50 Franken, egal ob der aktuelle Marktpreis gerade etwas höher liegt oder etwas tiefer. Das ist praktisch für die Mütter: Sie können ihren Kindern 1.50 mitgeben und diese problemlos zum Salatholen in den Selbstbedienungsladen schicken.

Beliebte Kartoffeln

Von Auberginen bis Zwiebeln gibt’s im Hofladen je nach Saison viele weitere Gemüsesorten. „Was wir immer haben müssen, sind Rüebli und Kartoffeln“, sagt Bruno Bläuer. Letztere kämen bei den Kunden besonders gut an. Auf vier Hektaren bauen Bläuers die beliebten Knollen an.

Ebenfalls gefragt sind die Sonnenblumen, die auf zwei Hektaren wachsen. Da kann auch einmal eine Bestellung von 200 Stück eingehen. Weiter verkaufen Bläuers Obst aus Brenzikofen. Aus Herbligen stammen die Eier, die für andere Absatzkanäle zu gross wären. Geschätzte 90 Prozent der Besucher im Hofladen sind Stammkunden aus der Gegend. Auch mehrere Restaurants und ein Marktfahrer beziehen ihr Gemüse hier.

Oberdiessbacher Kompost ersetzt Kunstdünger

Ein Vorteil des Diessenhofes ist seine zentrale Lage. „Alle haben etwa gleich weit zu uns“, ist sich Bruno Bläuer bewusst. Daher eignet sich der Hof für eine weitere Dienstleistung: Die Grüngutannahme der Gemeinde Oberdiessbach.

Jeweils am Mittwoch und Samstag können die Bewohner aus Oberdiessbach, Aeschlen und Bleiken ihre Garten- und Rüstabfälle beim Diessenhof abladen. Das Grüngut wird dann gehäckselt und kompostiert. Ein Teil des Kompostes landet wieder auf Bläuers Feldern und ersetzt so einen rechten Teil an Kunstdünger.

Viele helfende Hände

Bruno Bläuer betont, dass mit dem Hofladen und dem Grüngut ein grosser Teil der Wertschöpfung auf dem Hof passiert. Neben ihm und seiner Frau - beide sind übrigens um die 50 Jahre alt - stehen die Tochter und der Vater im Einsatz. Zudem haben Bläuers eine Gärtnerin angestellt, mehrere Pensionierte helfen auf dem Betrieb.

Was bringt da die Zukunft? Bruno und Denise Bläuer haben im Moment keine Pläne, den Betrieb zu vergrössern. In einem Jahr allerdings ist die Familie Bläuer seit einem halben Jahrhundert auf dem Diessenhof. Wie dies gefeiert werden könnte, dafür haben die zwei schon einige Ideen.

Zuerst geht aber die Arbeit weiter: Vater Bläuer und eine Nachbarin rüsten hinter dem Hofladen Bohnen, Bruno Bläuer begrüsst einen Restaurantkoch, der die bestellte Ware abholt. Und Denise Bläuer verabschiedet sich um Kräuter ernten zu gehen.

Text und Bilder: Tobias Kühn


Neues Kleintiergehege im Kastanienpark 07.08.2017

Seit einigen Wochen leben drei Appenzeller Barthühner und die beiden Holländerkaninchen mit Namen Max und Moritz bei uns auf dem Gelände. Die Tiere erfreuen unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie viele grosse und kleine Besucherinnen und Besucher.
 
Warum Tiere im Kastanienpark?
Unterschiedliche Untersuchungen belegen, dass sich Tiere in Altersbereichen ausschliesslich positiv auf den Menschen auswirken. Eine Umfrage in unseren Aktivierungsgruppen stiess mehrheitlich auf positive Resonanz. Hier einige Vorteile der Tierhaltung im Kastanienpark:
 
  • Die Tiere sind der Öffentlichkeit zugänglich und das Gehege ist zu einem Treffpunkt für Alt und Jung geworden.
  • Dadurch entsteht eine Vernetzung zwischen Drittpersonen und dem Kastanienpark.
  • Der neue Treffpunkt ermöglicht vermehrte soziale Anregungen und ist ein Eisbrecher für zwischenmenschliche Kontakte.
  • Tiere bringen Abwechslung in den Alltag und vielfältige Erlebnismöglichkeiten.
  • Tiere regen zu vermehrter Bewegung und Aktivität an und bewirken dadurch eine höhere Lebenszufriedenheit.
 
Warum Kaninchen und Hühner?
Diese Tiere sind den Bewohnenden vertraut und animieren zum Beobachten. Bei angepasster Infrastruktur sind die Tiere in der Haltung genügsam. Der Arbeitsaufwand für Pflege und Betreuung der Tiere hält sich in Grenzen. Das Gehege ist ausbruchsicher mit einem Schutznetz umgeben. Ein mit Rollator und Rollstuhl begehbarer Plattenweg ermöglicht die Beobachtung der Tiere aus verschiedenen Perspektiven.
 
Das neue Kleintiergehege ist ein Geschenk unseres Frauenkomitees.

Wasserversorgung Bleiken: Erhöhung der Verbrauchs- und Grundgebühren 23.06.2017

Information an alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften im Ortsteil Bleiken, welche an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind

Erhöhung der Verbrauchs- und Grundgebühren der Wasserversorgung Bleiken
Seit Jahren und unabhängig von der Fusion mit Oberdiessbach schreibt die Wasserversorgung Bleiken rote Zahlen. Das Eigenkapital hat entsprechend abgenommen und beträgt per 1.1.2017 noch CHF 144'949.45. Aufgrund eines voraussichtlichen Kostendeckungsgrads von noch knapp 60 % hat der Gemeinderat bei der Beschlussfassung über das Budget 2017 und gemäss Wasserversorgungsreglement entschieden, die Wassergebühren zu erhöhen.

Die Verbrauchsgebühr wird deshalb von CHF 1.00 auf CHF 1.60 pro Kubikmeter verbrauchten Frischwassers angehoben. Die Grundgebühr pro Wohnung und Gewerbe von CHF 70.00 auf CHF 100.00 pro Jahr. Damit sind die Wassergebühren gleich hoch wie in den Ortsteilen Aeschlen und Oberdiessbach, wo die Wasserversorgung durch die Wasserversorgungsgenossenschaft Oberdiessbach betrieben wird.

Zu beachten ist, dass trotz der Gebührenerhöhung weiterhin mit Defiziten in der Spezialfinanzierung "Wasserversorgung Bleiken" zu rechnen ist, auch wenn diese nun um einiges tiefer ausfallen werden.

Fragen zur Rechnungsstellung und/oder Gebührenerhöhung beantwortet Ihnen der Finanzverwalter, Thomas Reusser, Tel. Nr. 031 770 27 36, gerne.

Mit neuen Ideen und italienischem Touch: Der Sternen Oberdiessbach öffnet wieder 14.06.2017

Im Spätsommer des vergangenen Jahres schloss der Sternen Oberdiessbach, nachdem die damalige Wirtefamilie Konkurs gegangen war. Nun kehrt im Gasthof neues Leben ein. Wirtin Claudia Hänni will Vorhandenes mit Neuem kombinieren und damit nicht nur Töfffahrer ansprechen.

«Kaffeekultur ist wie Weinkultur. Die Qualität des Kaffees ist wichtig», sagt Claudia Hänni (47), während sie mit geübten Griffen an der roten Kolbenmaschine hantiert und zwei Espressi zubereitet. Ab Mitte Juni will die neue Sternen-Wirtin dem Gasthof neues Leben einhauchen.

Ein bisschen Italianità


Ihr Konzept scheint durchdacht und Ideen was Innendekoration und künftige Anlässe betrifft, sprudeln nur so aus ihr heraus. «Wir bieten Schweizer Küche mit einem italienischen Touch an», beschreibt sie die kulinarische Ausrichtung. Mit dem Italiener Giuseppe Brattoli habe sie dazu den perfekten Koch gefunden.

«Es musste wohl so sein», sagt sie mit einem Schmunzeln. Die Verpflichtung des Kochs sei erst vor Kurzem erfolgt. Und auch die Übernahme des Sternens habe sich erst im April abgezeichnet. «Das Lokal wurde an mich herangetragen», ergänzt sie glücklich. Den Traum eines eigenen Lokals habe sie schon länger gehabt, ein Bekannter habe sie schliesslich auf das leerstehende Restaurant in Oberdiessbach aufmerksam gemacht.

Von der Gemüsegärtnerin zur Pächterin


Ganz fremd ist Claudia Hänni die Branche denn auch nicht. Es ist eher eine Rückkehr. Oder: «Mein viertes Leben», wie die zweifache Mutter mit einem Lachen anfügt. Und erklärend ausführt: «Ich bin ausgebildete Gemüsegärtnerin, führte gemeinsam mit meinem Ex-Partner zwei Restaurants, habe dann als Angestellte in verschiedenen Branchen gearbeitet und bin nun selbständig.»

Die in den verschiedenen Bereichen gemachten Erfahrungen würden ihr jetzt zu Gute kommen. So stehen hinter dem Sternen in grossen Betonkübeln bereits selbst angepflanzte Kräuter, die künftig in der Küche Verwendung finden. Alte Fensterläden warten auf den letzten Feinschliff, bevor sie in den Toiletten als Deko aufgehängt werden. Und auch die Buchhaltung will Claudia Hänni teilweise selber führen. „Damit ich rechtzeitig reagieren kann.“

Geschichtsträchtiges Gebäude


Die bewegte Geschichte des Restaurants empfinde sie als Herausforderung. Das Gebäude verfüge jedoch über bisher ungenutzte Ressourcen, die neue Möglichkeiten eröffnen würden. „Im schönen Weinkeller möchte ich künftig Apéros anbieten und im Schopf soll regelmässig ein 'Biker-Brätle' stattfinden“, ergänzt Hänni, die selber leidenschaftlich gerne Motorrad fährt. Eine Buell – „die Sportversion einer Harley“.

Im Sternen solle jedoch dennoch nicht alles anders werden. „Altbewährtes soll bleiben. Das Gebäude wurde 1893 erbaut und verfügt über so viel Geschichte. Dem Inhaber und mir ist es wichtig, diese zu wahren“, sagt Hänni. Und auch wenn sie in Bezug auf den grossen Parkplatz gezielt Motorradfahrer, Chauffeure sowie Pendler, die frühmorgens einen Kaffeehalt einlegen möchten, ansprechen möchte, willkommen seien alle. „Ich nehme die Menschen, wie sie sind. Der Kundenkontakt ist das Schönste an diesem Beruf.“

[i] Die Neu-Eröffnung des Restaurants zum Sternen findet am Donnerstag, 15. Juni, ab 17 Uhr statt. 


Text und Bilder: Eva Tschannen

Dorf-Chäsi Oberdiessbach: Ein Ort für Spezialitäten, Persönliches und zum "Gänggele" 06.06.2017

Schon als Kind wollte sie Verkäuferin werden: Esther Bärtschi geht in der Dorf-Chäsi ihrem Traumberuf nach. (Bilder: Eva Tschannen)
Ob ein Stück Emmentaler, ein Güetzi oder etwas vom nachfüllbaren Waschmittel. In der Dorf-Chäsi an der Schulhausstrasse gibt es fast alles für den täglichen Gebrauch zu kaufen. „Viele sagen uns, sie kommen einfach gerne in die Chäsi“, beschreibt Verkäuferin Esther Bärtschi den besonderen Charakter des Geschäfts.

Bei der Dorf-Chäsi ist schon früh morgens einiges los. Bauern aus der Umgebung liefern kurz nach 6 Uhr die erste Milch an, die in einem grossen Tank gesammelt und später abgeholt wird. Und auch im Laden selber laufen die Vorbereitungen für den anstehenden Tag. Während die Ladenleiterin Christine Fink üblicherweise kurz vor halb Sieben die frischen Produkte einräumt, ist am Donnerstag bereits um viertel vor Fünf Arbeitsbeginn – ein Lastwagen bringt die sogenannten Hartwaren.

Ein bunter Mix an Kunden

Von Müdigkeit ist wenige Stunden später in der Dorf-Chäsi jedoch nichts spürbar. Esther Bärtschi, die aufgrund der Ferienabwesenheit von Christine Fink den Frühdienst heute übernommen hat, und Anna Ramseier sind damit beschäftigt, Joghurt, Mehl und andere Produkte in den Regalen einzuräumen. In regelmässigen Abständen klingelt die Ladenglocke und eine der beiden wechselt zur Kasse oder hinter die Käse-Theke, um Kunden zu bedienen.

«Das Persönliche ist das Schönste an meinem Beruf», sagt Esther Bärtschi, die bereits als Kind unbedingt Verkäuferin werden wollte. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und den zwei Kindern in Herbligen einen Bauernhof und arbeitet Teilzeit in der Dorf-Chäsi, die wie elf andere Betriebe zur Chrüzwäg Chäsi Oberlangengegg gehört. «Die Kundschaft ist sehr gemischt. Es kommen sowohl Bewohner vom Kastanienpark, als auch Schulkinder, die etwas 'gänggelen' wollen», freut sich Bärtschi über den bunten Mix.

Von den Auswirkungen der Konkurrenz…

Etwas, das auch Anna Ramseier besonders schätzt. «Ich komme sonst nicht allzu viel unter die Leute», sagt sie mit einem Schmunzeln. Wie alle der drei Teilzeitangestellten führt sie mit ihrer Familie einen Bauernbetrieb. Seit rund 14 Jahren arbeitet sie im Chäsi-Laden. Eine lange Zeit, in der es auch die ein oder andere Veränderung gegeben habe. «Seit vor wenigen Jahren das Avec eröffnet hat, machen wir am Samstag weniger Umsatz», hält sie fest.

Befürchtungen in dieselbe Richtung äussert Esther Bärtschi. «Persönlich mache ich mir Sorgen, was die Eröffnung des auf dem Industrieareal geplanten Volg-Ladens für uns für Folgen hat. Glücklicherweise können wir jedoch auf eine treue Stammkundschaft zählen.»

... und den Vorteilen der Stammkundschaft

Im Laden herrscht denn auch eine fast familiäre Atmosphäre. «Wir spüren, dass wir in einem Dorf sind. Man sagt sich 'Sälü' und kennt die Gewohnheiten. Ein Kunde kommt jeweils am Samstag um 11 Uhr. Kommt er ausnahmsweise einmal bereits um 9 Uhr, fragen wir ihn verwundert, ob bereits fast Mittag sei», berichtet Esther Bärtschi mit einem Lachen.

Zudem profitiere der Laden, der etwas versteckt oberhalb der Kirche liegt, auch von Mund-zu-Mund-Propaganda. So kämen etwa für die Bigler-Meringuen, die verschiedenen Mehle der Mühle Schüpbach oder die hauseigene Fondue-Mischung auch Leute von ausserhalb. «Ein älterer Mann kommt jeweils extra mit dem Velo von Steffisburg», freut sich Bärtschi. Besonders schätzen würden die Kunden, dass sie aus den rund 70 Sorten an Käse im Offenverkauf mehrere auswählen und auch kleinere Mengen kaufen könnten.

Die Metzgerei fehlt

Wie viele Kilogramm an Emmentaler, Frauenpower und weiteren Käse-Spezialitäten dabei täglich über die Ladentheke wandern, sei schwer zu sagen. «Es ist unterschiedlich, durchschnittlich kaufen die Kunden aber für rund 20 Franken ein», sagt Bärtschi. Und auch wenn die Dorf-Chäsi seit der Schliessung der Metzgerei Dällenbach mehr Fleischprodukte im Sortiment hat und dies von den Kunden rege genutzt wird, wünscht sie sich für Oberdiessbach: «Dass es wieder eine Metzgerei gibt.»

Text und Bilder: Eva Tschannen

«Schweizer Jugend forscht»: Erste Gewinnerin kam aus Oberdiessbach 06.06.2017

Vor 50 Jahren wurde erstmals der Wettbewerb „Schweizer Jugend forscht“ ausgeschrieben. Gewonnen hatte 1967 eine junge Frau aus Oberdiessbach mit einer Flechtenuntersuchung.

Rosmarie Honegger-Lehmann ist in Oberdiessbach an der Freimettigenstrasse aufgewachsen, wurde zunächst Lehrerin und studierte anschliessend in Basel Biologie. Sie doktorierte 1976 mit einer elektronenmikroskopischen Arbeit über Flechten und forschte danach weiter an Flechten und anderen Pilz-Pflanzen-Interaktionen. Sie ist emeritierte Professorin am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich. Heute lebt Rosmarie Honegger-Lehmann im Kanton Zürich.

Zum Beitrag von SRF mit Video vom 1967...

Bring- und Holtag: Auf Schatzsuche beim Werkhof 09.05.2017

Beim Bring- und Holtag in Oberdiessbach kam einiges zusammen. (Fotos: Tobias Kühn)
Bücher, Spielsachen, Tassen, ein Werkzeugkoffer oder Gartenwerkzeug: Am ersten Bring- und Holtag in Oberdiessbach kamen jede Menge noch brauchbare Gegenstände zusammen. Diverse Schätze fanden neue Besitzer.

Während letzten Samstag die Tore zum Werkhof um ein Uhr erst gerade zum Holen öffneten, kam der erste schon wieder heraus. "Yes!", strahlte der Glückliche. Auf der Schulter trug er einen Flachbildschirm.

Einfach Mal schauen

Der junge Mann war eine von rund vierzig Personen, die pünktlich um 13 Uhr zum Oberdiessbacher Werkhof pilgerten, um möglicherweise einen verborgenen Schatz zu entdecken. Und genau das war die Idee des Bring- und Holtages. Von 9 bis 12 Uhr konnten Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbacher noch gut erhaltene Gegenstände bei der Warenkontrolle präsentieren. Um 13 Uhr wurde die Halle zum Stöbern und Holen geöffnet.

„Auf der Jagd“ schauten die einen einfach Mal und erbeuteten zum Beispiel ein paar Bücher oder gebrauchte Gesellschaftsspiele. Andere hielten gezielt nach etwas Ausschau. „Wir sind gekommen um uns nach Geschirr umzusehen“, erklärt eine Oberdiessbacherin. Gebracht habe sie ihrerseits am Morgen ein Katzenkistli, das übrigens jetzt schon weg sei.

Viele gute Gegenstände

Gemeindeschreiber Oliver Zbinden, der vor Ort in oranger Leuchtweste das Geschehen verfolgt, scheint zufrieden mit dem Angebot: "Die Leute haben sehr viele, noch gute Gegenstände, gebracht", sagt er. Nur wenig hätte die Warenkontrolle abweisen müssen. Zum Beispiel eine Ladung Ziegel.

Was am Samstag keinen neuen Besitzer fand, wird die Gemeinde selbst entsorgen. Das eine oder andere könnte wohl die Brockenstube nehmen. "Doch die Brocki hat selbst auch Gegenstände gebracht", sagt Zbinden. Insofern sieht er die Tauschbörse der Gemeinde auch nicht als Konkurrenz für die Brocki.

Warteschlange bei den Problemabfällen

Sehr gut genutzt wurde gemäss Zbinden die Sammelaktion für Poblemabfälle am Morgen. Zum Teil seien die Bewohner Oberdiessbachs fast eine Stunde angestanden, um alte Farben, abgelaufene Medikamente oder Reinigungsmittelreste zu entsorgen. Kaum Beachtung fand bei den Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbachern die Möglichkeit um gegen eine Gebühr auch weitere Abfälle zu entsorgen.

Wird die Gemeinde also einen weiteren Bring- und Holtag machen? Oliver Zbinden: „Wir werden den heutigen Tag besprechen, und dann entscheiden“, sagt der Gemeindeschreiber. Seinem Junior jedenfalls scheint es zu gefallen: „Darf ich diese Spiele mitnehmen?“, fragt der. Ja, er darf.

Text und Bild: Tobias Kühn

Jetzt ausmisten: Oberdiessbach lädt zum Bring- und Holtag

Werkhof, Glasholzstrasse 4 (hinter der HEWO-Heizzentrale)
Am 6. Mai ist in Oberdiessbach zum ersten Mal Bring- und Holtag: Am Morgen können intakte Gegenstände beim Werkhof abgegeben werden, am Nachmittag wird die Halle zum Holen geöffnet. Gleichentags findet eine Sammelaktion für Sonderabfälle statt.

"Sie bringen Gegenstände zum Tausch - Sie holen, soviel Sie tragen können", so funktioniert der erste Bring- und Holtag beim Gemeindewerkhof an der Glasholzstrasse 4 in Oberdiessbach.

Bringen bis 12, Holen ab 13 Uhr
Von 9 bis 12 Uhr können die Bewohner ihre Bring-Gegenstände bei der Warenkontrolle präsentieren. Angenommen werden brauchbare und intakte Artikel in gutem Zustand, zum Beispiel Bücher, CDs und Kassetten, Geschirr und Haushaltsgeräte, Werkzeug, Kleinmöbel, Spielsachen, Sportgeräte oder Kleinelektronik.

Explizit nicht angenommen werden defekte Gegenstände sowie Skis und Snowboards, Bekleidung, Elektronik, grosse Möbel und grosse Haushaltsgeräte. Zurückgewiesene Artikel müssen wieder mitgenommen werden.

Um 13 Uhr wird die Halle dann zum Holen geöffnet und die Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbacher sind eingeladen, in der Halle zu stöbern und Gegenstände gratis mit nach Hause zu nehmen. Auch nur zu bringen oder nur zu holen ist erlaubt.

Sammelaktion für Sonderabfälle
Ebenfalls am 6. Mai findet eine Gratis-Sammelaktion für Sonderabfälle aus den Haushaltungen der Gemeinde statt. Von 9 bis 12 Uhr sammelt die Gemeinde beim Werkhof zum Beispiel Farben, Klebstoffe, Reinigungsmittelreste, Mineralöle, Chemikalien, Medikamente, Batterien und Spraydosen (Details siehe Flyer).

"Diese Abfälle gehören unter keinen Umständen in den Kehrichtsack oder in die Kanalisation. Die umweltgerechte Entsorgung dient der Erhaltung unserer Lebensqualität!", schreibt die Gemeinde auf ihrem Flyer. Sie führt die Sammelaktion zusammen mit der Thommen-Furler AG durch, welche spezialisiert auf die Entsorgung von Sonderabfällen ist.

Nicht angenommen werden bei der Sammelaktion Sonderabfälle aus Gewerbe und Industrie sowie Tierkadaver, Munition, Sprengstoff, radioaktive Abfälle, Elektrogeräte und normaler Haushaltsabfall.
 

Urs Schneiter: Handwerker, Musikant, Ur-Oberdiessbacher 30.03.2017

Er ist 67 Jahre alt und eigentlich pensioniert. Dennoch steht Urs Peter Schneiter noch fast täglich in seiner Schmitte. Dort übernimmt er Schlosser- und Schmiede-Aufträge, für die sich sonst kaum noch ein Handwerker findet.

Vor der Schmitte an der Krankenhausstrasse 1 stehen Metallteile, Kunstobjekte, ein abholbereiter Kleinauftrag. Drinnen zeigt Urs Schneiter, woran er in diesen Tagen arbeitet: Eine grosse Gartenschere, ein Ofentöri oder eine Glocke gilt es zu reparieren. Dann hält er den Plan eines Balkongeländers in den Händen, für das er die Halter der Graniumkistli anpassen soll. Und hier: eine Skizze, wie sich jemand die Metallbögen für seinen Garten vorstellt.

Jede Woche etwas anderes

"Es gibt kaum noch Handwerker, die das alles flicken", sagt der Oberdiessbacher, der, wenn jemand mit einer Skizze und Ideen zu ihm kommt, versucht zu helfen, zu reparieren und seine Erfahrung umzusetzen. So mache er, im Vergleich zu einem Bäcker, jede Woche etwas anderes.

In Oberdiessbach aufgewachsen, hat Urs Schneiter seine Lehre als Industrieschlosser bei Contrafeu in Münsingen absolviert. Sein Vater, auch er Schlosser, betrieb die Firma Schneiter und Stauffer an der Haubenstrasse. Urs Schneiter jedoch wechselte nach einigen Jahren bei Contrafeu in den Betrieb seines Onkels Paul Kupferschmied, den er im Jahr 2008 schliesslich erbte.

„Man ist heute nicht mehr ein Leben lang im gleichen Betrieb"

Die Firma hatte einst vier Mitarbeiter und erledigte Aufträge für Swisscom und BKW. Früher wurden an der Krankenhausgasse auch Pferde beschlagen. Heute ist es allerdings ruhig im 1937 erbauten Gebäude. "Die Maschinen sind veraltet und nicht mehr SUVA-konform", sagt Schneiter.

So sieht sich der 67-jährige bezüglich Nachfolger im Dilemma: Einerseits sei der Betrieb seine Altersvorsorge, andererseits müsste ein Nachfolger investieren, um ihn weiterbetreiben zu können. Sowieso: "Es ist für Handwerker heute schwierig, Nachfolger zu finden. Man ist nicht mehr ein Leben lang im gleichen Betrieb." Hie und da arbeiten Künstler in Schneiters Schmitte. Und für den Frauenverein hat er auch schon Schweisskurse gegeben.

Musikant, Schütze und Brunnenmeister

Selbst ist Urs Schneiter ebenfalls im Dorfleben aktiv. Bei der Brass Band Oberdiessbach spielt er Kornett und für die Schützen ist er seit rund 20 Jahren Kassier im Amtsvorstand. Als Brunnenmeister ist Schneiter ausserdem dafür verantwortlich, dass die 21 Brünnen im Dorf immer genug Wasser führen.

Wie schätzt der Ur-Oberdiessbacher die Entwicklung seines Dorfes ein? "Wir sind schon ein bisschen eine Schlafgemeinde geworden", findet er. Kulturelle Anlässe im Dorf hätten oft nur wenige Besucher. Und für die Vereine sei es schwierig geworden, Nachwuchs zu finden.

"Manchmal wird fast zu viel verändert"

Müsste man in Oberdiessbach also etwas verändern? Nicht unbedingt: "Manchmal wird fast zu viel verändert", findet Urs Schneiter. Viele Dorfvereine machen es auch gut, sagt er. Auf die Jungen hätte man immer geschaut und der Fussballplatz zum Beispiel, werde gut genutzt.

Text und Bild: Tobias Kühn