AHV-Zweigstelle Oberdiessbach 12.05.2011

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer AHV-Zweigstelle beraten Sie gerne in allen Belangen der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung.

Tel. 031 770 27 30
ahv.steuerbuero@oberdiessbach.ch
oder persönlich während der normalen Schalteröffnungszeiten der Gemeindeverwaltung.

Altersrenten

Beginn Rentenanspruch
Der Anspruch auf eine Altersrente beginnt immer am ersten Tag des Monats nach dem der entsprechende Geburtstag gefeiert werden konnte. Als Beispiel: Geburtstag am 6. Januar, erste Rentenauszahlung ab Februar.

Männer
Männer erreichen mit dem 65. Altersjahr das ordentliche Rentenalter. 2017 werden somit Männer mit Jahrgang 1952 rentenberechtigt.

Frauen
Da für die Frauen eine kürzere Beitragspflicht (1 Jahr) gilt, erreichen sie mit dem 64. Altersjahr das ordentliche Rentenalter. Somit werden 2017 Frauen mit Jahrgang 1953 rentenberechtigt.

Vorbezug der Rente
Die Renten können 1 Jahr oder 2 Jahre vom ordentlichen Anspruch vorbezogen werden. Dies hat eine lebenslängliche Rentenkürzung von 6,8 Prozent (1 Jahr) oder 13,6 Prozent (2 Jahre) zur Folge. Es können Personen mit folgenden Jahrgängen im 2017 die Rente vorbeziehen:
  Männer Frauen
1 Jahr 1953 1954
2 Jahre 1954 1955

Damit der Vorbezug gewährt werden kann, muss das Anmeldeformular bis am letzten Arbeitstag – des Monates in welchem Sie das entsprechende Vorbezugsalter erreichen – bei der zuständigen Ausgleichskasse eingereicht sein. Wenn die Anmeldung zu spät bei der Ausgleichskasse eingeht, kann kein rückwirkender Rentenvorbezug gewährt werden.

Aufschub der Rente
Vor Erreichen des AHV-Alters können AHV-Rentenberechtigte den Rentenbezug um mindestens ein bis höchstens fünf Jahre aufschieben. Dabei muss die definitive Aufschubsdauer nicht im Voraus festgelegt werden. Der prozentuale Zuschlag zur Altersrente bewegt sich zwischen 5,2 Prozent bei einjähriger und 31,5 Prozent bei fünfjähriger Aufschubsdauer. Der Aufschub muss mit dem amtlichen Anmeldeformular vor dem 66. Geburtstag (Männer), bzw. 65. Geburtstag (Frauen) gemeldet werden. Ohne diese Aufschubserklärung bezahlt die Ausgleichskasse rückwirkend die Renten ab dem ordentlichen Anspruch ohne Verzinsung und ohne Aufschubszuschlag.

Rentenhöhe
Die monatliche Altersrente bei voller Beitragsdauer beträgt minimal CHF 1'175, maximal CHF 2'350. Bei Ehepaaren ist die Summe beider Renten auf 150 Prozent der maximalen Individualrente begrenzt, d.h. auf CHF 3'525 pro Monat.

Hier finden Sie das Anmeldeformular und das Merkblatt zur Altersrente.

Ihr Recht auf Ergänzungsleistungen zur AHV und IV

1. Was sind Ergänzungsleistungen?
Ergänzungsleistungen (EL) decken den Existenzbedarf von AHV/IV-Leistungsbezüger/innen, sofern die nachstehenden Bedingungen erfüllt sind. EL sind keine Fürsorgeleistungen.

2. Wer hat Anspruch auf Ergänzungsleistungen?
Einen EL-Anspruch hat, wer die persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dazu erfüllt.
Die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, wer:
  • eine AHV- oder IV-Rente, eine Hilflosenentschädigung der IV oder während mindestens sechs Monaten ein IV-Taggeld bezieht (gewisse Personen haben auch dann ein Anrecht auf EL, wenn sie eine AHV/IV-Rente nur deshalb nicht beziehen, weil sie die für die Rente erforderliche Mindestbeitragsdauer nicht erfüllt haben)
  • Bürgerin oder Bürger der Schweiz oder eines EU-Mitgliedstaates ist
  • sich als Ausländer/in ununterbrochen mindestens 10 Jahre in der Schweiz aufhält (bei Personen aus gewissen Staaten muss lediglich eine Frist von fünf Jahren eingehalten werden, die zuständige Zweigstelle erteilt gerne weitere Auskünfte)
  • sich als Flüchtling oder Staatenloser ununterbrochen während mindestens 5 Jahren in der Schweiz aufhält

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt, wer weniger Einnahmen als Ausgaben hat. Dabei bestimmt das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen, welche Einnahmen anzurechnen sind und welche Ausgaben akzeptiert werden.

3. Wie werden Ergänzungsleistungen berechnet?
Um die Höhe des EL-Anspruchs zu bestimmen, werden die anerkannten Ausgaben wie z. B. der Lebensbedarf und die Wohnungsmiete (bei Heimbewohner/innen die Heimkosten), Krankenkassenprämien usw. dem anrechenbaren Einkommen gegenübergestellt. Zum anrechenbaren Einkommen gehören nicht nur alle Renteneinkünfte (inkl. AHV/IV-Renten) und anderen Einkommen, sondern auch das Vermögen nach Abzug der Schulden und der Vermögensertrag.

4. Welche Krankheits- und Behinderungskosten können vergütet werden?
Die EL vergütet unter gewissen Voraussetzungen Kosten für Zahnarzt, Diät, medizinisch notwendige Transporte, Hilfsmittel, Selbstbehalte und Franchisen sowie Pflegekosten, falls die Pflege zu Hause oder in Tagesstrukturen vorgenommen wird.
Krankheits- und Behinderungskosten müssen einzeln ausgewiesen und unter Vorlage der Rechnungskopien innert 15 Monaten seit Rechnungsstellung bei der AHV-Zweigstelle am Wohnort geltend gemacht werden.

5. Keine Leistung ohne Anmeldung !
Der EL-Anspruch muss mit amtlichem Anmeldeformular, zusammen mit allen Belegen und Beweismitteln, bei der AHV-Zweigstelle am Wohnort geltend gemacht werden. Wer EL beansprucht, hat alle nötigen Auskünfte über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse wahrheitsgetreu zu erteilen sowie alle verlangten Beweismittel und Belege vorzulegen. Wer durch unwahre oder unvollständige Angaben für sich oder für andere widerrechtlich eine EL erwirkt oder zu erwirken versucht, macht sich strafbar. Ausserdem müssen zu Unrecht bezogene EL zurückerstattet werden.

6. Änderungen sofort melden!
Ergänzungsleistungsbezüger/innen oder deren Vertreter/innen haben der AHV-Zweigstelle ihres Wohnorts jede Änderung der persönlichen (z.B. Änderung des Zivilstandes oder der Wohnsituation) und wirtschaftlichen (z.B. Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erbschaftsanfall) Verhältnisse sofort und unaufgefordert zu melden. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf Veränderungen, die bei Familienmitgliedern eintreten, die bei der EL-Festsetzung berücksichtigt wurden. Eine Meldepflichtverletzung hat die Rückerstattungspflicht der zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen zur Folge!

7. Informationen
www.akbern.ch oder bei den AHV-Zweigstellen, die kostenlos Auskünfte erteilen und amtliche Formulare sowie Merkblätter abgeben.

Ausgleichskasse des Kantons Bern Stand 2017

Hinterlassenenrenten

Witwenrenten
Eine Witwenrente wird gewährt, wenn eine Frau im Zeitpunkt der Verwitwung Kinder oder Stiefkinder hat, für die sie sorgt. Das Alter der Kinder spielt dabei keine Rolle.

War die Ehe kinderlos, besteht der Anspruch auf Witwenrente nur, wenn die Witwe
  • mindestens fünf Jahre mit dem verstorbenen Ehegatten verheiratet war und
  • älter als 45 Jahre ist.

Für vom Verstorbenen geschiedene und nicht wieder verheiratete Frauen besteht auf eine Witwenrente nur Anspruch unter folgenden Voraussetzungen: 
  • sie haben Kinder und die geschiedene Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert;
  • sie waren bei der Scheidung älter als 45 Jahre und die geschiedene Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert,
  • oder das jüngste Kind vollendet sein 18. Altersjahr, nachdem die geschiedene Mutter 45 Jahre alt geworden ist.

Witwerrenten
Witwerrenten an nicht wieder verheiratete Männer werden nur ausgerichtet, bis das jüngste Kind das 18. Altersjahr vollendet hat.

Bei kinderlosen Ehen besteht keine Anspruch auf Witwerrenten.

Waisenrenten
Die AHV richtet Kindern eine Waisenrente aus, wenn die Mutter oder der Vater stirbt. Beim Tod beider Eltern besteht ein Anspruch auf zwei Waisenrenten. Der Rentenanspruch besteht bis zum 18. Altersjahr des Kindes. Für in Ausbildung stehende Waisen kann die Waisenrente bis längstens zum vollendeten 25. Altersjahr beansprucht werden.

Hier finden Sie das Anmeldeformular und das Merkblatt für die Hinterlassenenrente.

Hilflosenentschädigung zur AHV

In der Schweiz wohnhafte Altersrentner/innen können eine Hilflosenentschädigung beanspruchen, wenn sie seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in leichtem, mittlerem oder schwerem Grad hilflos sind. Massgebend für den Grad der Hilflosigkeit ist das Ausmass, in dem die versicherte Person in den alltäglichen Lebensverrichtungen eingeschränkt ist und dauernder Pflege oder persönlicher Überwachung bedarf. Der Anspruch auf Hilflosenentschädigung ist dabei unabhängig von der Höhe des Einkommens und Vermögens des Antragsstellers. Die IV-Stelle im Wohnsitzkanton entscheidet über die Anmeldung für die Hilflosenentschädigung.

Hier finden Sie das Anmeldeformular Hilflosenentschädigung zur AHV und Merkblatt Hilflosenentschädigung zur AHV.

Hilfsmittel zur AHV

Die AHV übernimmt ohne Rücksicht auf Einkommen und Vermögen in der Regel 75% der Nettokosten nur für folgende Hilfsmittel: Perücken, Hörgeräte für ein Ohr, Lupenbrillen, Sprechhilfegeräte für Kehlkopfoperierte, Gesichtsepithesen, Orthopädische Mass-Schuhe und orthopädische Serien-Schuhe, Rollstühle ohne Motor. Die IV-Stelle im Wohnsitzkanton entscheidet über die Anmeldungen.

Hier finden Sie das Anmeldeformular Hilfsmittel zur AHV und Merkblatt Hilfsmittel zur AHV für Hilfsmittel.

Keine Rente ohne Anmeldung, Vorbezugs-/Aufschubserklärung

  1. Als Neurentner/innen melden Sie Ihren Rentenanspruch auf amtlichem Formular bei der Ausgleichskasse an, bei der sie zuletzt Beiträge bezahlt haben. Haben Sie zuletzt bei mehreren Ausgleichskassen die Beiträge entrichtet, besteht freie Kassenwahl. Ein Rentenvorbezug/-aufschub ist im Anmeldeformular ausdrücklich zu vermerken.
    Ist Ihr/e Ehegatte/Ehegattin bereits rentenberechtigt, ist die gleiche Ausgleichskasse für Sie zuständig.
  2. Die Rentenanmeldung reichen Sie drei Monate vor Erreichen des AHV-Alters bzw. des Rentenvorbezugs ein. Zu früh eingereichte Anmeldungen werden nicht schneller bearbeitet.
  3. Beantworten Sie die im Formular enthaltenen Fragen in Ihrem eigenen Interesse vollständig und wahrheitsgetreu.  
  4. Für die Auszahlung der Rente benötigen die Ausgleichskassen Ihre genauen Kontoangaben.
  5. Der Anmeldung legen Sie bei:
    • eine Kopie des neuen Versicherungsausweises
    • als Schweizer/in eine Kopie des Familienbüchleins oder des Niederlassungsauswieses
    • als Ausländer/in Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung oder ein anderes amtliches Dokument aus dem die Personalien aller in der Anmeldung genannten Personen ersichtlich sind. 
    • als geschiedene Person zusätzlich Kopien sämtlicher Scheidungsurteile oder -konventionen inkl. Rechtskraftbescheinigungen. Anhand der Scheidungsurteile oder -konventionen können die Einkommenssplittings korrekt vorgenommen werden. Fehlende oder verlorene Zivilstandsbelege beschaffen Sie bitte direkt beim zuständigen Zivilstandsamt.

Detaillierte Infos, Merkblätter und Formulare

Detaillierte Informationen und weitere Formulare finden Sie im Online-Angebot der Ausgleichskasse des Kantons Bern oder www.ahv-iv.ch. Sie haben die Möglichkeit, die Formulare am Bildschirm auszufüllen, anschliessend auszudrucken und mit den nötigen Beilagen einzureichen. Die direkten Links:

  

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren für Arbeitgeber

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist Teil des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA). Von diesem Verfahren kann der Arbeitgeber freiwillig Gebrauch machen. Es erleichtert ihm die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/ Familienzulagen) und gleichzeitig der Quellensteuer. In erster Linie ist es gedacht für kurzfristige oder im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse, wie sie zum Beispiel in Privathaushalten regelmässig vorkommen.