Aktuell-Artikel 31.03.2017

Schlossherrin Martine von Wattenwyl: "Die Kinder erinnern sich ein Leben lang daran" 29.11.2018

Ich habe mich sofort wohl gefühlt: Martine von Wattenwyl beim Kaffee im Alten Schloss, wo sie seit 30 Jahren lebt.
Die Auffahrt zum Schloss und das historische Gebäude selbst liegen unter einer Nebeldecke. Es ist kalt an diesem Morgen. Bis zur Premiere von «Son et Lumière» dauert es nicht mehr lange. «Es wird ein sehr emotionaler Moment», sagt Martine von Wattenwyl, während sie durch den Garten des Neuen Schlosses geht. Seit mehreren Monaten ist die Schlossherrin intensiv mit der Planung der Ton- und Lichtshow beschäftigt, deren Hauptelement ein vom Medienkünstler Marc-André Gasser an die Hauptfassade des Neuen Schlosses projiziertes Video-Mapping darstellt.

Wenn Geschichte zum Leben erwacht

„Die Idee dazu ist vor vier Jahren entstanden“, sagt von Wattenwyl. Als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Sigmund von Wattenwyl in Nancy war, habe sie erstmals an einem historischen Gebäude eine in Frankreich als „Son et Lumière“ bekannte Ton- und Lichtshow gesehen. Sogleich sei der Gedanke aufgekommen, dies auch in Oberdiessbach umzusetzen. Aufgrund des geplanten Kunstführers und des kostenintensiven Unterhalts des Schlosses rückte das Projekt jedoch etwas in den Hintergrund. Pünktlich zum Ende des Doppeljubiläumsjahrs – 800 Jahre Oberdiessbach und 350 Jahre Neues Schloss – ist es nun soweit.

Vom 7. bis 11. Dezember wird das Schloss vier bis fünf Mal pro Abend in festliches Licht getaucht. Geschildert wird dabei aber nicht wie etwa bei „Le Petit Prince“ beim Berner Bundeshaus eine bekannte Erzählung. Im Mittelpunkt steht die hauseigene Geschichte. Angefangen beim Erbauer Albrecht von Wattenwyl, untermalt von passender Musik und erlebbar für alle Generationen. „Die Kinder erinnern sich ein Leben lang daran“, erhofft sich von Wattenwyl und fügt mit einem Lachen an. „Ich habe Sozialwissenschaften und Pädagogik studiert – vielleicht habe ich mir deshalb eine Lichtshow gewünscht.“

Wie sie beim Rundgang durch das Anwesen verrät, wird jedoch nicht nur die Fassade des Neuen Schlosses Teil des Lichtspektakels. Die Schlossscheune sowie die Mauern des Gemüsegartens werden mit Lichtinstallationen der Dresdner Künstlerin Claudia Reh bespielt und die beiden Alleen durch Elemente in Szene gesetzt, die üblicherweise beim Lichtfestival in Murten im Einsatz sind. «Die Besucher können herumgehen und haben so nicht kalt», freut sich die 55-Jährige auf dem Weg in die warme Stube im Alten Schloss, dem Wohnsitz von Sigmund und Martine von Wattenwyl.

Der Liebe wegen nach Oberdiessbach

Die gebürtige Waadtländerin lebt seit 30 Jahren in Oberdiessbach. Wie die meisten kleinen Mädchen träumte sie als kleines Mädchen davon, Prinzessin zu werden. „Im Alter von sieben Jahren hatte ich einen Freund, der auf einem Schloss lebte. Gemeinsam mit einer Freundin fuhr ich jeweils auf dem Trottinett zu ihm – und war jeweils wahnsinnig beeindruckt von der grossen Küche dort“, erinnert sie sich. Dass ihr heutiger Ehemann einst Schlossbesitzer würde, wusste sie jedoch lange Zeit nicht. Kennengelernt haben sich die Beiden auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Martine von Wattenwyls Eltern, wo der Oberdiessbacher ein Praktikum machte. «Bei einem Besuch bei ihm zu Hause haben meine Eltern dann das Schloss entdeckt», fügt sie mit einem sympathischen Lächeln an.

Auch wenn es nicht nur einfach gewesen sein, Familie, Sprache und Kanton hinter sich zu lassen und sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. «Ich habe mich sofort wohl gefühlt hier.» Geholfen habe ihr dabei auch, dass sie nach einem Deutsch-Kurs an der Migros-Klubschule angefragt worden sei, ob sie nicht Französisch-Unterricht geben möchte. «Und natürlich die Kinder», so die vierfache Mutter, deren leichter französischer Akzent noch auf die Herkunft verweist.

In die Aufgaben hineingewachsen

In all den Jahren ist sie in ihre Rolle als Schlossherrin hineingewachsen. «Ich sehe mich mehr als Unternehmerin. Wir machen enorm viel selbst», sagt sie. Während ihr Ehemann den Landwirtschaftsbetrieb führt und repräsentative Aufgaben wahrnimmt, wirkt sie eher im Hintergrund, übernimmt etwa Reinigungsarbeiten oder kreiert die Blumendekorationen für Anlässe. Gemeinsam machen sie Führungen durchs Schloss. «Die Rollen sind ähnlich verteilt wie in der Kindheit bei mir und meinem Zwillingsbruder. Mein Mann ist der Aussenminister, ich die Innenministerin. Das entspricht mir sehr.»

Verantwortung fürs Schloss

Die historischen Gebäude und deren Erhalt für die nächste Generation brächten eine grosse Verantwortung mit sich, wobei manchmal auch die eigenen Interessen in den Hintergrund geraten würden, gibt sie zu bedenken. Missen möchte sie diese dennoch auf keinen Fall, wie sie auf dem Rückweg durch den Park verrät. «Wenn ich abends hier durchgehe, bin ich jedes Mal verzaubert.»

Dass «Son et lumière» den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet, freut Martine von Wattenwyl denn auch besonders. «Das Engagement der Dorfbevölkerung für das Jubiläum ist grossartig. Mit der Lichtshow möchten wir ihr etwas zurückgeben.» Und auch wenn das kommende Jahr nach insgesamt elf verschiedenen und damit insgesamt 34 Jubiläumsanlässen in und ums Schloss vermutlich etwas ruhiger wird. Das nächste Projekt hat die engagierte und kreative Oberdiessbacherin bereits im Kopf. «Ich träume davon, hier einmal einen Anlass zu organisieren, bei dem alles mit Kerzen beleuchtet ist.»

[i]“Son et Lumière“, Neues Schloss Oberdiessbach, Freitag, 7. Dezember bis Dienstag, 11. Dezember, 18 bis 21 Uhr. Freier Eintritt. Vor Ort stehen keine Parkplätze zur Verfügung, die Schlossallee ist aus Sicherheitsgründen für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Es wird deshalb empfohlen, mit dem ÖV anzureisen.
 
Text und Bilder: Eva Tschannen
 
Martine von Wattenwyl vor dem Neuen Schloss, das Anfang Dezember im Mittelpunkt von "Son et Lumière" steht
Geschichte in Bild und Ton: An vier Abenden wird die Fassade des Neuen Schlosses in festliches Licht getaucht (Bild: Philippe B. Zürcher)
"Der Hügel und die Mauern des Gemüsegartens werden auch beleuchtet", erzählt Martine von Wattenwyl.
Die von Martine von Wattenwyl für den Osterbrunnen kreierte Figur schmückt nun den Schlossparkt

Altersheim Oberdiessbach: Erweitert Angebot 03.12.2018

Wohnen mit Dienstleistungen

20 benutzerfreundliche Wohnungen, Hunderte zufriedener Gäste und gesunde Finanzen: Die Altersheim Oberdiessbach AG präsentierte ihr «Wohnen mit Dienstleistungen» der Öffentlichkeit. Das Angebot komplettiert das «Gesundheitszentrum Oberdiessbach» und schliesst eine Lücke.

Der 7 Millionen Franken teure Anbau ist das dritte Projekt, das der Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren in Angriff genommen hat. Die Fassadenrenovation des rund 30-jährigen Altersheims Oberdiessbach und die Dachsanierung mit Photovoltaik-Anlage prägen seither das gefällige Erscheinungsbild.

Alt und Jung unterm Dach

Mit dem Wohnen mit Dienstleistungen bietet die Altersheim Oberdiessbach AG bis zu 60 Seniorinnen und Senioren beste Betreuung in einem wertschätzenden Umfeld. Von einer Besonderheit konnten sich die zum Teil von weither angereisten Gäste am Tag der offenen Tür überzeugen: Mit dem Einbezug der Kindertagesstätte schaffen Verwaltungsrat und Heimleitung einen Generationentransfer. «Die Rückmeldungen sind positiv», beobachtet Heimleiter Werner Stucki. «Die quirligen Kinder bereichern den Alltag unserer Seniorinnen und Senioren. Im Gegenzug können wir für Anliegen und Bedürfnisse älterer Menschen sensibilisieren.»

«Ein neues Zeitalter eröffnen»

Seit der Umwandlung zu einer nicht gewinnorientierten Aktiengesellschaft hat der Verwaltungsrat die Weichen konsequent Richtung Zukunft gestellt. «Wir können flexibler auf Bedürfnisse reagieren. Die Entscheidungswege sind kurz, was letztlich allen Beteiligten nützt», hält Verwaltungsratspräsident Stefan Beer gegenüber dem «Berner Landbote» fest.

Trotz den hohen Investitionen - rund sieben Millionen für den Anbau, rund 1 Million für Fassadenrenovation und Photovoltaikanlage - ist die Altersheim Oberdiessbach AG finanziell auf Kurs. «Wir arbeiten kostenbewusst und gestalten die Zukunft aktiv», definierte Beer die Strategie des Verwaltungsrats.

www.ahoberdiessbach.ch

Jugendpolitik dreht den Spiess um 03.12.2018

Die Sozialkommission (Soko) der Region Oberdiessbach (mit je einer Vertretung aus Brenzikofen, Herbligen, Linden und Oberdiessbach) hat sich in den letzten Jahren mit der Alterspolitik in diesen Gemeinden befasst. Daraus resultierte ein angepasstes Altersleitbild und die Gründung des Vereins «Seniorennetzwerk Region Oberdiessbach». Dessen Vorstand – der Seniorenrat – hat von den Gemeinden den Auftrag erhalten, das Altersleitbild in konkrete Massnahmen umzumünzen und entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.

Im laufenden Jahr hat sich die Soko nun mit dem Aufbau einer kommunalen Jugendpolitik befasst. Dabei zeichnete sich ein anderes Vorgehen ab: Nicht die Politik soll sagen, was die Jugend will, sondern die politischen Behörden und die Verwaltungen der Gemeinden sollen auf die Wünsche, Möglichkeiten und Bedürfnisse der Jugend hören und dann zusammen mit Vertretern der Jugend entsprechende Massnahmen auf die Beine stellen oder ermöglichen.  
In diesem Sinne erklärt sich die Soko ausdrücklich bereit, Ideen und Projekte zur Jugendpolitik bzw. Jugendarbeit entgegenzunehmen, zu prüfen und bei einem positiven Befund zu unterstützen. Ideengeber können einzelne Jugendliche sein, aber auch Gruppen von Jugendlichen oder Schulklassen. Der «Schalter» für alte und neue Ideen ist ab sofort geöffnet!

Für Kontakte: Regionaler Sozialdienst (RSD), Mattenweg 2, Oberdiessbach (031 770 27 47, sozialdienste@oberdiessbach.ch   

Hanspeter Schmutz, Gemeinderat Ressort "Soziales", Oberdiessbach

Pfadi Kuonolf: Rückblick, Ausblick und Kuonolffest 2018 15.10.2018

Mit dem traditionellen Rutsch auf Plastiksäcken die Skipiste in Schönried hinunter, starteten die Pfadfinder und Pfadfinderinnen von Kuonolf ins Jahr 2018. Gemeinsam mit der Pfadi Worb verbrachten sie von Sylvester bis Dreikönigstag das Skilager in Schönried. Mit ausnahmsweise einmal mehr als genug Schnee und gutem Wetter, konnten sie das ganze Lager auf der Piste geniessen.

Im Februar verbrachte auch die Wolfsstufe ein Wochenende im Chalet Kuonolf in Schönried, wo sich die Meute einerseits Bobrennen liefern konnte, andererseits aber auch genug Zeit fand um die gute Stimmung am Kaminfeuer zu geniessen.

Mit dem Frühling kamen Unwetter und die Pfadistufe konnte sich nützlich machen: Im Holz bei Niederhünigen landeten durch den Sturm Burglinde viele Äste und kleinere Baumstämme im Bach. Um Folgeschäden im Bachbett Richtung Konolfingen bei grösseren Regenfällen zu vermeiden, mussten die Äste mit viel Muskelkraft zurück in den Wald befördert werden. Allzeit bereit, die Kinder und Jugendlichen der Pfadistufe!

Im Frühling hatten die erwachsenen Aktiven der Pfadi Kuonolf, die sogenannten Rover, ein gedrängtes Programm. Im März genossen sie spassige Konzerte auf und neben der Skipiste (Ride on Music) und hausten das Wochenende über im Pfadiheim in Schönried. Ein paar Wochen später verreisten sie in das alljährliche viertätige Osterlager, das sie dieses Jahr nach Bratislava in der Slowakei führte.
 
Grosse Überraschungen hielt im Frühling übrigens das Wetter bereit - zum ersten Mal seit vielen Jahren ging ein Seifenkistenrennen in Niederhünigen bei schönem und trockenem Wetter über die Bühne! Sogar das Pfingstlager oberhalb von Signau, das wir gemeinsam mit dem Stamm Felsburg der Pfadi Chutze Aaretal organisierten, blieb beinahe trocken.

Mit dem Einbruch des Sommers näherte sich für die Pfadistufe das Sommerlager (SoLa), auf das sie sich schon an den Aktivitäten jeden zweiten Samstag vorbereitet hatten. Eine Expedition in den Wilden Westen stand auf dem Programm! Im Schwarzwassergraben, besser bekannt als «Blackwater Canyon», verbrachten sie zwei Wochen lang ein spannendes Lager mit abenteuerlichem Wildwestprogramm, das von Goldrausch über Konflikte mit den Indianern bis hin zur Vertreibung von grossmäuligen Quacksalbern alles bot, was man von einem Ausflug in den Wilden Westen erwartet.

Insgesamt verbrachten wir Kuonolfer und Kuonolferinnen bereits ein spannendes und erlebnisreiches halbes Jahr und freuen uns auf die kommenden Anlässe und Aktivitäten.

  • 19.10. - 20.10.2018 findet in Gysenstein das Kuonolffest mit dem Motto Sport statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und bietet neu auch am Samstagnachmittag ein Kinderprogramm an.
  • 27.10.2018 findet ein Schnuppernachmittag für Kinder im Alter von 4 – 8-Jährig statt. Der Nachmittag findet von 14.30 - 16.15 Uhr in Grosshöchstetten statt (Treffpunkt Rosigschulhaus).

Bis Ende Jahr stehen noch ein wöchiges Herbstlager, ein Leitpfadikurs, der Abteilungsgeburtstag und die Waldweinacht auf dem Programm. Wie alle Jahre, sind wir auch an den Weihnachtsmärkten in Grosshöchstetten, Konolfingen und Oberdiessbach anzutreffen.

Du möchtest mehr über die Pfadiabteilung Kuonolf erfahren? Weitere Infos und Fotos, sowie unsere Kontaktdaten findest du unter www.kuonolf.ch

Therese Friedli: „Da wo ich lebe, möchte ich mich investieren“ 01.10.2018

Geschäftsfrau, Mutter, Kirchgemeinderätin und OK-Mitglied des Oberdiessbacher Jubiläumsfest - Therese Friedli ist vieles und macht vieles. Dass alles unter einen Hut passt, verdankt sie den Synergien, die genau dadurch entstehen - und ihrem Mann.

Zweihundert Jubiläums-Geschenkkörbe mit Produkten aus Oberdiessbach und Umgebung will Therese Friedli Ende Jahr für den Verein „Zäme für Oberdiessbach“ verkauft haben. Die ersten hundert Stück waren im Sommer bereits ausverkauft. „Nun mache ich nochmals hundert und hoffe, dass sie alle weggehen“, sagt sie.

Die Aktion ist ein grosser Erfolg für die 43-jährige. „Ich organisiere die Produkte und sammle sie selber ein, mache die Körbe und liefere diese an die Verkaufsstellen im Dorf“, sagt Friedli. Pro Korb investiere sie ungefähr eine Stunde Arbeit.

Profitieren von Synergien

Während die Geschenkkörbe sie das ganze Jubiläumsjahr beschäftigen, hat sie auch bei einzelnen Jubiläumsanlässen verschiedene Aufgaben übernommen. Zum Beispiel war sie verantwortlich für das Kinderprogramm am Jubiläumsfest. Sie spannte die Ludothek und die Jungschar ein, welche für die Kinder am Fest Sirupbar, Glacestand und Gänggelimärit organisierten.

„Dadurch, dass ich Kirchgemeinderätin bin, kannte ich schon die Verantwortlichen der Jungschar“, erwähnt sie ein Beispiel für die Verknüpfungen, die sich unter ihren vielen Engagements ergaben. Auch für die Blumendekoration des Festzeltes profitierte die gelernte Floristin von verschiedenen Seiten ihres Tuns.

„Die Dekoration habe ich zusammen mit zwei weiteren Floristinnen gemacht, die ich von früher kannte“, sagt sie. Vom Malergeschäft, welches sie heute zusammen mit ihrem Mann Simon (43) führt, konnte sie das Firmenauto und die Lagerräume nutzen.

Höhepunkt Jubiläumsfest

Zwei riesige Bouquets fürs Festzelt, 140 Tischgestecke und weitere Gestecke aus Holz-Paletten und Sonnenblumen fertigten die drei Frauen und hängten sechzig farbige Regenschirme an die Zeltdecke während zweier ganzer Tage. Therese Friedli nahm sich zudem für die Festdekoration auch bei ihrer eigenen kleinen Firma La Couronne, unter welcher sie selbstgemachte Gewürzmischungen online und auf dem Märit verkauft, zwei Wochenenden frei.

„Die grösste Belastung in dieser Zeit war, dass meine jüngste Tochter während dem Jubiläumsfest für ein Jahr nach England ging“, sagt Friedli. Es sei eine Herausforderung gewesen, dafür zu sorgen, dass sie neben ihrem Engagement für das Jubiläumsfest ihrer Rolle als Mutter habe gerecht werden können. Neben Lena-Maria (15) haben Simon und Therese Friedli zwei weitere Kinder: Mirjana (21) studiert und wohnt nicht mehr zuhause, Noah (19) geht in die Lehre.

Es sei viel gewesen, gibt Friedli zu. Nach dem Fest sei sie erleichtert gewesen, dass sie nun mal nichts mehr los habe. Aber sie sagt auch: „Es macht nichts, und jetzt darf es noch etwas auslaufen mit den Körben.“

„Wertvoll für Gemeinde und Vereine“

Was motiviert Therese Friedli zu solchem Einsatz? „Ich bin so“, sagt sie. Ihr Credo sei, da wo sie wohne mitzuhelfen, sich einzubringen und sich zu investieren, sowohl für kurze wie auch für längerfristige Projekte. „Ich glaube, das ist wertvoll für die Gemeinde und die Vereine“, sagt sie.

In Oberdiessbach findet sie dafür auch eine motivierende Atmosphäre. „Es ist eine sehr angenehme und lebhafte Gemeinde, die offen für Veränderungen ist, aber auch eine Stetigkeit hat“, sagt sie. Es sei ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander. „Man hilft mit und steckt so andere an.“

Ehemann Simon hielt ihr den Rücken frei

Unterstützt wird Friedli nicht zuletzt auch von ihrem Mann Simon. Sie macht für das Malergeschäft die Büroarbeit, ist aber teilweise auch auf den Baustellen. „Mein Mann hat mir dabei sehr viel Flexibilität gegeben“, sagt sie. Er habe ihr den Rücken freigehalten, damit sie ihren Projekten habe nachgehen können.

Simon Friedli teilt die Motivation seiner Frau. „Er würde auch gerne solche Sachen machen, steht aber nicht so gerne in der Öffentlichkeit“, erklärt Therese Friedli. Ihr Mann unterstütze sie deshalb lieber im Hintergrund und habe Freude an ihren Aktivitäten. „Wir machen das sehr gerne für das Dorf und die Gemeinde“, sagt Friedli.

Friedli freut sich dennoch auf das Ende des Jubiläumsjahrs. Sie verneint sofort, dass sie fürs nächste Jahr schon Pläne habe. Allerdings: In beiden Geschäften gebe es das Eine oder Andere, das mal gemacht werden müsse.

Text: Isabelle Berger

Ortsteil Bleiken: Der Spielplatz ist eröffnet 01.10.2018

Nach einer Sicherheitsabklärung im Frühling 2018 rund um das Schulhaus Bleiken erfolgte die ernüchternde Bilanz: Bei sämtlichen Spielgeräten, die alle schon seit Jahren in Betrieb sind, wurden Mängel gefunden. Zum Teil war das Material brüchig oder der Untergrund und die Sturzräume entsprachen nicht den heute geltenden Vorschriften. Einige Geräte mussten aus Sicherheitsüberlegungen sofort entfernt werden.

Was nun? Falls der Betrag für den Ersatz der Geräte und die Neugestaltung des Spielplatzes für das Jahr 2019 budgetiert werden müsste, hätten die Schulkinder fast ein Jahr lang keine Spielgeräte mehr zur Verfügung…

Glücklicherweise liessen sich die Baukommission und der Gemeinderat davon überzeugen, dass rasches Handeln angesagt war. So wurde der benötigte Betrag bereits vor den Sommerferien, also nach sehr sportlicher Zeit, bewilligt und die nötigen Aufträge erteilt.

Am 14.September 2018 übergab Gemeinderat André Furrer im Rahmen eines kleinen Festaktes den Spielplatz offiziell den Schülerinnen und Schülern und der Bevölkerung von Bleiken. Sobald bis nach den Herbstferien der Rasen gut angewachsen ist, wird auch noch die Kletterlandschaft fertig gestellt und zur Benutzung freigegeben.

Die Standortleitung und die Kolleginnen der Schule Bleiken danken der Gemeinde Oberdiessbach ganz herzlich für das rasche und unbürokratische Handeln zu Gunsten der Schülerinnen und Schüler im Ortsteil Bleiken.

Nadine Tschanz, Standortleitung Bleiken

Besuch aus Kardašova Řečice 17.09.2018

Zum grossen Jubiläumsfest vom 31. August bis 2. September besuchten 33 Gäste aus der Partnergemeinde Kardašova Řečice die Gemeinde Oberdiessbach. Am Donnerstagabend kamen die Tschechen in Oberdiessbach an und wurden von den Gastfamilien in Empfang genommen. Gemeinsam verbrachte man den Abend im Schützenhaus, fein bekocht von Gemeinderätin Antonietta Arnet.

Am Freitagmorgen reiste die Gruppe zusammen mit den Schweizern zu den Trümmelbachfällen im Lauterbrunnental, während die mitgereisten Oberstufenschüler den Unterricht in Oberdiessbach besuchten. Trotz Nebel waren die Tschechen von den Gletscher-Wasserfällen im Berner Oberland begeistert. Der anschliessende Ausflug nach Grindelwald rundete den Ausflug ab, abends besuchten Gäste und Gastgeber die Eröffnung des Jubiläumsfestes.

Am Samstag erkundete die Reisegruppe unter sachkundiger Führung von Christoph Joss und Ueli Aebi die Stadt Bern. Es blieb genug Zeit für die schönsten Plätze in der Bundeshauptstadt und das anschliessende, von vielen Besuchern geschätzte, „Lädelen“. Abends wurde im proppenvollen Festzelt auf das 800-Jahre-Jubiläum angestossen und bis in die frühen Morgenstunden zünftig gefeiert.

Am Sonntagmorgen fuhr die Reisegruppe schliesslich gut gelaunt und mit vielen schönen Erlebnissen nach Hause.

Von der Quelle in die Küche: Der Weg des Diessbacher Trinkwassers 06.08.2018

Sonntag, 16. September 2018

Treffpunkt: Postauto-Haltestelle Barichti, 12.30 Uhr

Woher stammt das Wasser, das jahrein jahraus aus dem Wasserhahn fliesst? Und wie gelangt es dorthin? Diesen Fragen gehen wir anlässlich einer Veranstaltung nach, die etwa 3 Stunden dauert. Wir besuchen ein Quellgebiet und das höchstgelegene Reservoir der Wasserversorgung Oberdiessbach. Wer will, kann nachher in einer geführten Wanderung den "Wasserweg" nach Oberdiessbach unter die Füsse nehmen. Für die andern Teilnehmenden ist ein Transport zurück ins Dorf organisiert. Im Rahmen eines kleinen Imbisses beim Gemeindehaus lassen wir das Erlebnis nachwirken und haben die Gelegenheit, die Steuerungsanlage der Wasserversorgung zu besichtigen.

Wegen der engen Platzverhältnisse in der Brunnstube muss die Veranstaltung zeitlich flexibel aufgrund der Anzahl Teilnehmer geplant werden. Eine Anmeldung bis spätestens 10 Tage vor dem Anlass ist deshalb obligatorisch.

An: Hans Neuenschwander, Schulhausstrasse 1, 3672 Oberdiessbach
Tel. P: 031 771 30 84, G: 031 300 95 16, neuenschwander@smile.ch

Lärm vermeiden - Rücksicht nehmen: Meldungen über Lärm und Ruhestörungen 30.07.2018

Während der warmen Jahreszeit geniessen wir die Zeit draussen, auf dem Balkon oder im Garten.  In dieser Zeit erhält die Gemeindeverwaltung aber auch vermehrt Meldungen über Lärm und Ruhestörungen. Was gilt es zu beachten?
 
Allgemeine Ruhezeiten
Nachtruhe   22.00 bis 06.00 Uhr 
Mittagsruhe  Montag bis Samstag 12.00 bis 13.00 Uhr
 
Kant. Gesetz über die Ruhe an öffentlichen Feiertagen vom 1.12.1996 (BSG Nr. 555.1):

An öffentlichen Feiertagen ist grundsätzlich jede Tätigkeit untersagt, die die Ruhe erheblich beeinträchtigt. 

Öffentlich Feiertage sind
  1. die Sonntage, 
  2. die hohen Feiertage, nämlich Karfreitag, Ostern, Auffahrt, Pfingsten, Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag und Weihnachten,
  3. die übrigen öffentlichen Feiertage, nämlich der Neujahrstag, der 2. Januar, der Ostermontag, der Pfingstmontag, der Bundesfeiertag und der 26. Dezember.
 
Rasenmähen, Fräsen, Kompressoren und andere lärmende Geräte 
Akzeptable Betriebszeiten sind:
Montag bis Freitag  08.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 20.00 Uhr
Samstag  08.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 18.00 Uhr
 
Abspielen von Musik
Im Freien sind die Geräte so einzustellen, dass die Nachbarschaft nicht mithören muss.  In der Wohnung sollte der Bass nicht wummern. Zittern die Scheiben, ist’s definitiv zu viel.
 
Musikinstrumente
Nur in geschlossen Räumen üben. Instrumente mit tiefen Frequenzen (Bässe, Schlagzeug, etc.) können zu unangenehmen Störungen in der Nachbarschaft führen.
 
Bauarbeiten
Zum Schutz der Anwohner müssen die Bauherren und Baubewilligungsbehörden für lärmmindernde Massnahmen sorgen. Informieren Sie die Nachbarn vor Beginn über lärmintensive Bauarbeiten und beachten Sie die Baulärm-Richtlinie des Bundesamtes für Umwelt BAFU.
 
Gartenfest, Party
Informieren Sie die Nachbarn über den Anlass. Wechseln Sie allenfalls in die Wohnung nach 22 Uhr.
 
Was ist bei Lärmbelästigung zu tun?
Suchen Sie das Gespräch mit dem Nachbarn/dem Verursacher. Es soll wenn möglich eine gütliche und für alle befriedigende Regelung gefunden werden. Bei wiederholten Störungen wenden Sie sich an die Kantonspolizei.
 
Gemeindeverwaltung Oberdiessbach

Der Mehrgenerationenplatz nimmt weiter Gestalt an 06.08.2018

Nach der Eröffnung am 21. April konnten erste Erfahrungen mit dem Mehrgenerationenplatz beim Primarschulhaus gesammelt werden. Bis zum Herbst sind weitere Massnahmen und Ergänzungen geplant.

Die Kinder und ihre Eltern bzw. Grosseltern haben ihn schon längst erobert: den Mehrgenerationenplatz mit seinen zusätzlich gesicherten Spielgeräten und den neuen Spielgelegenheiten. Die ältere Generation ist noch etwas zurückhaltender. Hier könnte der geplante Umbau des ehemaligen Geräteschuppens beim Primarschulhaus zum Kafihüsli Abhilfe schaffen. Zur Zeit läuft das Baugesuch. Im Hintergrund bereitet sich ein Team auf seinen Einsatz vor, um das Kafihüsli - im besten Fall noch vor der offiziellen Jubiläumsfeier anfangs September - am Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag in Betrieb nehmen zu können. Geplant ist der Verkauf von alkoholfreien Getränken und - in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Wegmüller - auch von Gebäck; natürlich werden auch Glaceprodukte nicht fehlen. Am Mittwochnachmittag bietet das Kafihüsli zudem ein Kinderprogramm und Animationen für Senioren an.

Leider hat sich gezeigt, dass die neue Wippe sicherheitstechnisch nicht den aktuellen Vorschriften entspricht. Sie musste deshalb bis zu den entsprechenden Anpassungen gesperrt werden. So wie es aussieht, kann die Wippe aus diesen Gründen erst im Herbst definitiv in Betrieb genommen werden. Bereits vorher sollten die Schwierigkeiten im Bereich der Versickerung bei der vorübergehend stillgelegten Wasserpumpe behoben sein. Zudem ist die beteiligte Gartenbaufirma daran, weitere gesponserte altersgerechte Bänke zu montieren und Plätze für gespendete Bäume zu markieren. Die Bäume sollen dann im Herbst gepflanzt werden. Finanzielle Unterstützung für weitere Bänke, Bäume und das Kafihüsli sind nach wie vor sehr willkommen.

Der Verein «Seniorennetzwerk Region Oberdiessbach» hat sich bereit erklärt, den Betrieb des Platzes (inkl. Kafihüsli und WC bei der Aula des Primarschulhauses) auch ausserhalb der Schulzeiten zu sichern. Er sucht zur Zeit Interessierte, die sich im Kafihüsli oder beim Betreuen des Platzes engagieren möchten. (HPS)

Kontakt: hanspeter.schmutz@seniorennetzwerk.ch oder: 031 771 28 81

Schweizerisches Rotes Kreuz: Frühzeitige Entlastung für bessere Lebensqualität 06.08.2018

„Viele kommen einfach viel zu spät. Nämlich erst dann, wenn es nicht mehr weitergeht“. So die Erfahrung von Fachpersonen im Gesundheits- und Entlastungsbereich

Entlastung für Personen, die ihre Angehörige regelmässig pflegen und umsorgen, muss nicht kostspielig sein. Sie muss auch nicht kompliziert oder umständlich zum Organisieren sein. Trotzdem stellen erfahrene Fachpersonen oft fest, dass Betroffene ganz auf externe Hilfe verzichten oder mit dem Beiziehen von externer Hilfe lange zuwarten.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Bern bietet für alle Einwohner im ganzen Emmental einen einfachen und unbürokratischen Zugang zu kostenloser Beratung und Begleitung sowie kostengünstige Betreuung und Fahrmöglichkeiten. Mit einer unverbindlichen telefonischen oder schriftlichen Anfrage können sich Interessierte über die verschiedenen Entlastungsmöglichkeiten in ihrer Region informieren.

Der niederschwellige Zugang zu den verschiedenen SRK Entlastungsangeboten im Emmental soll Betagten und ihren Angehörigen helfen, rechtzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Hilfe holen ist richtig und wichtig – zum Wohle aller. www.srk-bern.ch/emmental

"Testplanung Vogt-Areal": Öffentlichkeitsanlass vom 13. August 2018 30.07.2018

Der Gemeinderat Oberdiessbach lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Montag, 13. August 2018 um 19.00 Uhr in die Aula der Sekundarschule Oberdiessbach zum dritten Öffentlichkeitsanlass "Testplanung Vogt-Areal" ein.

Am 30. November 2017 fand ein zweiter Öffentlichkeitsanlass im Rahmen der "Testplanung Vogtareal" statt. Knapp fünfzig Personen nahmen daran teil und erarbeiteten wertvolle Hinweise und Ergänzungen zu den vorgestellten Zwischenergebnissen der Testplanung.

Nun liegt das Ergebnis der Testplanung vor und der weitere Entwicklungsweg ist formuliert.

Parallel zur Testplanung wurde ein Massnahmenfächer zur Steigerung der Verkehrssicherheit auf der Industrie- und Freimettigenstrasse ausgearbeitet. Der Gemeinderat hat aus seiner Sicht für deren Umsetzung Prioritäten gesetzt.

Am 13. August hat die Bevölkerung die Gelegenheit sich zum Ergebnis der Testplanung, dem weiteren Vorgehen und zu den Massnahmen im Verkehrssicherheitsbereich zu äussern.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und einen erfolgreichen Abend.

Oberdiessbach, 30. Juli 2018

Gemeinderat Oberdiessbach

Hanspeter Schmutz und David Guggisberg: "Vom Jubiläum soll etwas bleiben" 04.06.2018

„Das Merci der Bevölkerung als Lohn: David Guggisberg (links) und Hanspeter Schmutz stecken viel Herzblut in die Organisation des 800-Jahr-Jubiläums von Oberdiessbach.
Hanspeter Schmutz (65) und David Guggisberg (38) engagieren sich im OK der Festlichkeiten zum 800-Jahr-Jubiläum von Oberdiessbach und wollen damit auch Dinge schaffen, die bleiben. In der Hälfte des Jubiläumsjahrs blicken sie bereits auf eine Reihe von Anlässen zurück, an denen sie ihre Vision verwirklichen konnten.

Die Dorfentwicklung ist das Steckenpferd von Hanspeter Schmutz. „Bereits als das Jubiläum im Gemeinderat zur Sprache kam, habe ich das sofort eingebracht: Wenn man schon so viel Geld aufwirft, soll es auch etwas geben, das das Dorf fördert und Dinge, die bleiben“, erzählt Schmutz. Der Clue dahinter: Die Bevölkerung sollte aktiviert werden und nicht nur konsumieren. Seine Idee stiess auf Anklang und er erhielt vom Gemeinderat die Erlaubnis, seine Vision für das Jubiläum an einem öffentlichen Anlass der Bevölkerung zu kommunizieren.

„Am Geburtstag gibt es Geschenke. Jeder soll der Gemeinde zum Jubiläum ein Geschenk machen mit dem, was er gut kann“, beschreibt Schmutz seinen Grundgedanken. Damit sprach er Einzelpersonen, Vereine und Gewerbler an. „Am Schluss des Anlasses war die erste Idee schon auf dem Tisch“, erinnert er sich lachend. Eine Riesentorte sollte gebacken werden.

Es war die erste von 120 Ideen, die zu Beginn des Projekts aus der Bevölkerung zusammenkamen. „Vierzig davon wurden verwirklicht“, sagt Guggisberg. Die daraus entstandenen Anlässe finden das ganze Jahr über statt. Während hinter den entstandenen Projekten oft die örtlichen Vereine, die Kirche und das Schloss Oberdiessbach stecken, übernahmen die Gewerbler grösstenteils das Sponsoring.

Das Dorf wird wiederbelebt

„Es fasziniert mich, wie die Bevölkerung Hanspeters Idee aufgenommen hat“, freut sich Guggisberg. Die bereits stattgefundenen Anlässe hätten sie so erlebt, wie sie es sich gewünscht hatten. „Es kam wieder Leben auf die Strassen“, sagt er. Schmutz bestätigt: „ Es kamen alle Anlässe überdurchschnittlich gut an.“

Beispielsweise die Osterbrunnen: Sieben Brunnen im Dorf wurden von je einer Firma geschmückt und am Gründonnerstag der Bevölkerung vorgestellt. „Es war wunderschön, wie es eine richtige Völkerwanderung von Brunnen zu Brunnen gab und bei jedem ein neues Gespräch entstand“, erinnert sich Guggisberg. Schmutz trifft sich demnächst mit den Brunnenschmückern. „Wir überlegen, den Anlass zur Tradition werden zu lassen“, sagt er. Damit würde dies zu etwas Bleibendem, wie zum Beispiel auch der Mehrgenerationenspielplatz, der im April eingeweiht wurde oder die Ruhebänkli die vor rund zwei Wochen der Bevölkerung übergeben wurden.

Die Zugezogenen ins Boot holen

Die Entwicklung des Dorfes wird in Oberdiessbach schon seit einer Weile verfolgt. 2009 wurde zu diesem Zweck der Verein „Zäme für Oberdiessbach“ gegründet. Es gehe in Oberdiessbach vor allem auch darum, die Zugezogenen ins Boot zu holen, sind sich Guggisberg und Schmutz, die beide selber zu dieser Einwohnergruppe gehören, einig.

„Mit 3500 Einwohnern ist Oberdiessbach auch zu gross dafür, dass sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl automatisch einstellt“, sagt Schmutz. Guggisberg ergänzt: „Oberdiessbach hat mit den Fusionen mit Bleiken und Aeschlen ein grosses Wachstum erlebt. Dazu kommt, dass wir kein richtiges gewerbliches Zentrum und keine klassische Begegnungszone haben.“

Schmutz: „Die Leute merken: ‘Ich bin etwas, ich kann etwas.‘“

„Dorfentwicklung ist personelle Kapitalentwicklung“, sagt Schmutz und fügt an: „Und es funktioniert. Die Leute merken: ‘Ich bin etwas, ich kann etwas.‘“ Wenn man die Leute dort abhole, wo sie gut seien und wo ihre Interessen lägen, seien sie bereit, viel zu leisten. „Das soziale Kapital hat zugenommen und bringt Zinsen“, bilanziert Schmutz. „Nun müssen wir den richtigen Dünger finden, damit es weiterlebt“, sagt Guggisberg.

Guggisberg ist OK- Präsident. „Ich bin da regelrecht hineingerutscht“, begründet er sein Engagement. Er sei als Mitglied des Turnvereins an den Informationsanlass der Gemeinde gegangen. Irgendwann übernahm er das Präsidium von Schmutz, der sich ab da vollumfänglich um die Koordination der Projekte und die Medienarbeit kümmern konnte.

Freiwilliges Engagement

Beide engagieren sich auf freiwilliger Basis neben ihrem Beruf. Guggisberg ist bei der Informatikfirma Computech in Zollbrück für auftragsbezogene Prozesse zuständig und hilft damit Firmen sich zu entwickeln.

Schmutz arbeitet als Journalist für den Privatsender Radio Live-Channel, welcher sich das erste christliche Radio der Schweiz nennt, und für das Magazin „Insist“. „Darin geht es um die Themen Kirche, Ethik und Gesellschaft, und Dorfentwicklung passt da dazu“, erklärt Schmutz. Er ist auch Leiter des gleichnamigen Instituts. „Der Trägerverein will, dass ich die Dorfentwicklung in meiner Arbeitszeit mache“, schätzt er sich glücklich. Er berät auch andere Dörfer darin.

Guggisberg: „Unser Lohn ist das Merci der Bevölkerung.“

Obwohl sich Schmutz und Guggisberg beide in der Gemeinde politisch engagieren oder engagiert haben – Guggisberg ist ehemaliger Präsident der örtlichen FDP –, hat ihr Engagement für das Jubiläum keine politische Bewandtnis. „Die Leute, die mitarbeiten, sind nicht politisch motiviert“, sagt Guggisberg. Ihr Lohn sei es, wenn die Bevölkerung Merci sage. „Wir erhalten zudem Unterstützung von der Gemeindeverwaltung, was sehr schön ist“, sagt er.

Eines der bisherigen Highlights unter den Anlässen war für Schmutz das Ü80-Bankett. Die über 80-Jährigen hatten das letzte Jubiläum vor 50 Jahren noch erlebt. „Wir zeigten ihnen eine Filmaufnahme des ehemaligen Lehrers Hans Grunder, der 1968 den Festumzug gefilmt hat“, erzählt er. Die Leute hätten sich im Film als verkleidete Teilnehmer am Umzug wiedererkannt, was viel zu reden gegeben hätte.

Sich mit dem Alten verbinden, aber Neues machen

„Wir haben vermehrt versucht, Verbindungen zum früheren Jubiläum herzustellen“, sagt Guggisberg. „Wir wollten uns aber etwas Neuem zuwenden, etwas, das ich zumindest noch in keinem anderen Dorf so wahrgenommen habe“, sagt er und meint damit die Ausdehnung des Jubiläums auf das ganze Jahr, den breiten Einbezug der Bevölkerung und die Nachhaltigkeit der Anlässe. Schmutz betont: „Wir wollten bewusst etwas anderes machen.“

Und wie ist es zu wissen, dass sie in 50 Jahren genauso Geschichte geschrieben haben, wie die über 80-Jährigen heute? „Ich bin dann wahrscheinlich nicht mehr da“, lacht Schmutz und Guggisberg meint schmunzelnd: „Ein spannender Gedanke. Vielleicht bin ich dann auch am Ü80-Bankett.“

Bild und Text: Isabelle Berger

Ärztezentrum Oberdiessbach: 6 Jahre Aufbau- und Erfolgsgeschichte 04.06.2018

Bereits sechs Jahre sind es her, seit die Initianten, Dr. med. Rudolf Akert und Dr. med. Martin Meyer, mit der PraxaMed Center AG als Aufbauspezialistin von Ärztezentren die Nachfolge ihrer Praxen planten. „Ganz zuerst waren sogar noch die Ärzte von Biglen und Konolfingen mit im Planungsteam“, erinnert sich Dr. Martin Meyer an die intensiven, nächtelangen Sitzungen zurück. 

Konolfingen und Oberdiessbach als Vorzeigeprojekte

Zweieinhalb Jahre später, im Herbst 2014, eröffneten die Konolfinger und Oberdiessbacher, praktisch zur gleichen Zeit ihre Ärztezentren. Der neu umgebaute Kastanienpark bildete mit dem Ärztezentrum Oberdiessbach einen idealen Rahmen für die gesamte Gemeinde. Auch das Konzept, dass die Ärztezentren mittelfristig in Ärztehand stehen und nicht einem Grossinvestor gehören, hatte sich als wichtiger Erfolgsfaktor bewährt.
 
Vom Aufbau zur Harmonie

„Heute, nach vier Jahren, ist der Aufbau abgeschlossen“, blickt Verwaltungsratspräsident Werner Bill auf die vergangenen Jahre zurück. Die Herausforderungen waren allerdings grösser als erwartet. „Der Erfolg der Ärztezentren hängt vom guten Einvernehmen der Ärzte ab, und hier hatten wir - wie so viele junge Ärztezentren - die Herausforderungen unterschätzt“ gibt sich Bill selbstkritisch. 

Die 3 Grundversorger, Dr. med. Martin Meyer, Dr. med. Beate Rudolph und med. pract. Bodo Brockmann sowie der Gynäkologe Dr. med. Wolfgang Kallabis und der Chirurge Dr. med. René Stouthandel fühlen sich im zusammengewachsenen Team wohl. Ihr Grundtenor ist einhellig: „Wir können selber bestimmen, sind nur unseren Patienten und sonst niemandem verpflichtet, das motiviert.“ Und am herzhaften Lächeln der 10 bordeaux gekleideten medizinischen Praxisassistentinnen kann man diese Aufbruchstimmung leicht ablesen.
 
Das breiteste Leistungsspektrum in der Region

Mit Gynäkologie und Chirurgie sowie der Physiotherapiepraxis in den eigenen Räumen bieten die Oberdiessbacher eine sehr breite Leistungspalette an, welche erweitert wird durch die mehrmals wöchentlich angebotene Ernährungsberatung, die Diabetesberatung, die Betreuung chronisch kranker Herzpatienten, die Wundberatung sowie die gut besuchte Hörberatung. Mit der Investition in grosszügigere Gynäkologiesprechzimmer haben die Ärzte schon kurz nach der Eröffnung die Qualität weiter verbessert. „Derzeit arbeiten wir daran, um auch eine psychologische Sprechstunde anzubieten“ blickt Aktionärsärztin Beate Rudolph in die Zukunft. Als wichtiger Lehrbetrieb bilden die Ärzte nicht nur drei Lehrtöchter aus, ab Herbst wird auch eine Assistenzärztin zum bestehenden Ärzteteam stossen.
 
Herausforderungen für morgen

Nachdem bereits zwei Nachfolgeärzte ihre Tätigkeit aufgenommen haben, ist das Ärztezentrum auf der Nachfolgersuche von Dr. Martin Meyer. „Wichtiger denn je ist uns, dass Martin Meyers Nachfolgerin oder Nachfolger hervorragend ins Team passt. Das glückliche, engagierte Team ist das wichtigste Gut für eine erfolgreiche Tätigkeit mit unseren Patienten und steht über allem“, blickt Werner Bill in die Zukunft, in der eines Tages auch wieder die Betreuung der Kastanienparkbewohner Platz haben soll.
Werner Bill
 
Ärztezentrum Oberdiessbach AG
Krankenhausstrasse 14, 3672 Oberdiessbach
www.az-o.ch
031 770 50 00

Ü 80-Bankett am 28. April 2018: Ein Rückblick 04.06.2018

Im Rahmen des Oberdiessbacher Jubiläumsjahres luden die drei örtlichen Alters-Institutionen Sonnrain, Kastanienpark und Altersheim Oberdiessbach zusammen mit der politischen Gemeinde zu einem Ü 80-Bankett ein.

Von den rund 180 Menschen aus der Gemeinde Oberdiessbach, die 80-jährig und älter sind, kamen rund 120 Leute ins Kirchgemeindehaus bzw. in den Kastanienpark. Die Küche des Sonnrains bzw. des Kastanienparks hatte im feinen Hauptgang Kartoffelstock, Erbsli/Rüebli, Poulet-Geschnetzeltes an einer Rahmsauce und zum Trinken Rot- bzw. Weisswein und Mineralwasser vorbereitet, zum Dessert gab es Caramelköpfli sowie Kaffee oder Tee. Die beiden Küchen gaben damit eine hervorragende Visitenkarte ihres Könnens ab; Freiwillige aus den drei Häusern sorgten für eine aufmerksame Bedienung.

Gemeinderat Hanspeter Schmutz würdigte in seinem Grusswort die auch für das Dorf wichtige Lebenserfahrung der Ü 80-Gemeindeglieder mit den Worten: «Ihr seid die lebendige Geschichte des Dorfes». Dies wurde denn auch bei der ausschnittweisen Vorführung des Filmes von Hans Grunder deutlich, der anlässlich des Jubiläums-Umzuges vor 50 Jahren aufgezeichnet worden war. Die Anwesenden fühlten sich in diesem Augenblick zu Recht 50 Jahre jünger.

Dass dieser Anlass von den vier Partnern finanziert worden war, wurde erstaunt und mit Dankbarkeit aufgenommen. (HPS)

Ab 1. Juli 2018: Neue Parkierungsregeln 17.05.2018

Ab 1. Juli 2018 werden die öffentlichen Parkplätze im Zentrum von Oberdiessbach bewirtschaftet.

Auf dem Gemeindeplatz darf während einer Stunde gratis parkiert werden, jede weitere Stunde kostet 1 Franken, maximal 6 Franken pro Tag. Im weiteren Umkreis gilt neu die blaue Zone. Rund um die Schulhäuser von Primar- und Sekundarschule gilt eine 4-Stunden-Zone mit Parkscheibe.

Mit der Bewirtschaftung wird die Dauerbelegung von Strassenflächen durch abgestellte Fahrzeuge eingeschränkt. Im Zentrumsbereich wird ein ausreichendes Parkplatzangebot für das lokale Gewerbe geschaffen, gebührenpflichtige Parkplätze werden signalisiert. In der blauen Zone und rund um die Schulhäuser besteht Parkscheibenpflicht.

Für längere Parkzeiten können Dauerparkkarten bezogen werden. Parkkarten sind für alle Zonen als Monats- und Jahreskarten erhältlich und können ab sofort bei der Gemeindeverwaltung bestellt und bezahlt werden. Die Parkkarten gelten ab 1. Juli 2018. Eine Monatskarte kostet 40 Franken, eine Jahreskarte 300 Franken.

Die Parkkarten gelten für die signalisierten Parkzonen und Parkplätze und werden auf ein bestimmtes Fahrzeugkontrollschild ausgestellt. Sie sind nicht übertragbar. Die Parkkarten geben keinen Anspruch auf freie Parkplätze. Die GSD Gayret Security AG aus Ittigen ist mit der Kontrolle der Parkplätze beauftragt worden.

Der Gemeinderat

Parkierungszonen: Parkierungszonenplan und Umsetzungsplan Parkplätze
Rechtsgrundlagen: Reglement und Verordnung

"Sunnsytli": Oberdiessbach erhält neues Begegnungszentrum 30.04.2018

Das Begegnungszentrum Sunnsytli öffnet am 1. Mai ihre Türen. Annelies Eichenberger und ihr Team laden zu einer Eröffnungswoche für alle Interessierten jeden Alters ein.

"Das Sunnsytli, welches von einem freiwilligen Team geführt wird, soll ein Ort sein, wo Begegnungen stattfinden und Leben geteilt wird", heisst es in einem kurzen Bericht der Initiantin, Annelies Eichenberger. Neben einer Kaffeestube und Elternkaffee wird es auch praktische Hilfe in der Flick- und Schreibstube geben. Ausserdem wird zweimal im Monat für alle ein Sonntags-Zmittag gekocht.

Das Sunnsytli ist an der Thunstrasse 15, in den Räumlichkeiten der Eric Graf AG Bettwaren & Bodenbeläge, zu finden. Damit das Begegnungszentrum finanziert werden kann, ladet das freiwillige Team vom Sunnsytli viermal im Jahr zu einem kulinarisch hochstehenden Benefizessen ein - "ein Erlebnis der besonderen Art", beschreibt Eichenberger den Event.

[i] Die Eröffnungswoche findet vom 1. bis 6. Mai 2018 im Sunnsytli statt. Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 11 Uhr und von 13.30 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 bis 17 Uhr.

Am Mittwoch hat das Begegnungszentrum von 13.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Kinder basteln zusammen mit dem Sunnsytli-Team ein Muttertagsgeschenk.

www.sunnsytli.ch

Peter Vogel: In seinem Keller lagert die Geschichte Oberdiessbachs 03.04.2018

Er schrieb Geschichte: Peter Vogel zeigt in seinem Arbeitszimmer die Chronik mit dem von ihm verfassten Eintrag zum Oberdiessbacher Jubiläum vor 50 Jahren.
Man nennt ihn den Dorfchronisten Oberdiessbachs, er selber nennt sich lieber „Hobby-Heimatkundler“: Peter Vogel (79) schreibt seit Jahrzehnten die Geschichte Oberdiessbachs auf. Der Büchernarr ist selber ein wandelndes Buch.

„Jemand muss es machen“, sagt Peter Vogel auf die Frage, warum er seine Freizeit der Geschichte Oberdiessbachs verschrieben hat. Er sei in die Sache reingerutscht. Schon sein Gross- und sein Urgrossonkel schrieben von Hand historische Ereignisse aus Oberdiessbach auf. Von seinem Vater, dem Bäckermeister Niklaus Vogel übernahm Peter Vogel dann die Aufgabe und führte dessen Aufzeichnungen in grossen dicke Chroniken mit schwarzem Einband nahtlos weiter.

Ein Keller voller Geschichten

„Ich habe jahreweise die Geschichte des Ortes aufgeschrieben. Zuerst von Hand, dann auf dem Computer und jetzt wieder von Hand“, erzählt Vogel. In seinem Keller zeigt er die grossen schwarzen Chroniken und reihenweise Ordner, in denen er seine Berichte abheftete.

Der alte Computer steht abgedeckt und unbenutzt in einem der Zimmer in Vogels Keller. Er habe noch Dateien auf Disketten, könne aber nicht mehr darauf zugreifen. Darum setzt er sich nun wieder mit Stift und Papier an seinen grossen Schreibtisch im Nebenzimmer, wenn er etwas aufschreiben muss.

Literatur als Leidenschaft

In Schränken, Regalen und Kisten lagern im Keller zudem unzählige Bücher, Fotos, Hefte und dergleichen. Ein Teil davon ist seine umfassende Sammlung von Literaturklassikern. „Ich habe fast alles auch gelesen“, sagt er. Französische Autoren wie Dumas oder Voltaire las er in der Originalsprache. „Während der Schul- und Lehrzeit las ich aber am liebsten Winnetou“, schmunzelt er. Davon zeugt eine lange Reihe Karl May-Bände in gediegenen Umschlägen.

Einige der schön eingebundenen Buchreihen hat er gesammelt, als er beim Verlag Editions Rencontre in Lausanne arbeitete und sich jeden Monat ein Buch für sich auslesen durfte. Dort betreute er die wissenschaftlichen Werke und bearbeitete Manuskripte.

Vom Schriftsetzer zum Primarlehrer

Die Tätigkeit bei Editions Rencontres war eine von mehreren beruflichen Stationen im Leben Vogels. In Oberdiessbach geboren, lernte er in Langnau Schriftsetzer. Nach seiner Rückkehr aus dem Waadtland arbeitete er in Münsingen als Revisor, bevor er sich zum Primarlehrer ausbilden liess. Als solcher war er kurz in Wichtrach und danach bis zur Pensionierung in Oberdiessbach tätig, wo er auch als Schulleiter fungierte.

„Gibs em Vogel“

Der zweite grosse Teil dessen, was in Vogels Keller lagert, sind Dokumente der Oberdiessbacher Geschichte. „Es gibt noch vieles, das ich nicht ausgewertet habe“, sagt Vogel. Ein grosser Teil der Sachen wurde ihm gebracht. „Gibs em Vogel“, habe es jeweils geheissen.

„Viele der Mappen, Drucke und Bilder sind nur noch bei mir erhalten“, sagt Vogel. Das Sammeln habe ihm auch viel Freude gemacht. „Besonders, wenn ich auf etwas gestossen bin, bei dem ich dachte 'Gut, dass wir das noch haben'“, sagt er.

Autor mehrerer Bücher

Damit die Zeitdokumente Verbreitung finden, willigte Vogel ein, gemeinsam mit Christoph Oesch das Buch „Oberdiessbach. So haben wir’s gesehen – so haben sie’s erlebt“ zu publizieren. 2015 erschien das Buch mit über 200 kommentierten Abbildungen. Oesch sei mit der Idee für das Buch auf ihn zugekommen. „Ohne ihn gäbe es das Buch nicht“, sagt Vogel. Oesch übernahm das Administrative der Buchproduktion.

Es ist die letzte einer Reihe von Publikationen, die Vogel geschrieben hat. Neben der Chronik hat er sich immer wieder Einzelthemen gewidmet, wie dem Buumehus, dem Schloss Oberdiessbach oder der Kirche. „Und es gibt kaum einen Verein im Dorf, für den ich nicht eine Chronik zusammengestellt habe“, sagt er.

Wenn sich Gegenwart und Geschichte vermischen

Dementsprechend hat er auch viel zu erzählen, aus der selbst erlebten Geschichte und der vorangegangenen, die er erforscht hat. Jahrzahlen und Namen sucht er gezielt aus seinem Gedächtnis. Weiss er etwas nicht, zieht er ebenso gezielt Bücher oder Notizhefte aus einem der Regale im Keller, die bis zur Decke zweireihig gefüllt sind. Wenn er hie und da den Faden verliert, was seit einem Schlaganfall öfter vorkommt, hilft seine Frau Margrit aus.

2000 hielt er in der voll besetzten Aula der Dorfschule ein Referat unter dem Titel „Unser Dorf im 20. Jahrhundert“. Ganz zu Beginn habe er eine Anekdote von einem Schüler erzählt, der seinen Widerstand gegen die Schule in Gedichtform an die Wandtafel schrieb. „Plötzlich winkte hinten im Saal einer mit dem Hakenstock“, erinnert sich Vogel. Es war besagter Schüler, der mittlerweile in Thun wohnte und den eine Bekannte auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht hatte. „So vermischten sich Gegenwart und Geschichte immer wieder“, lacht Vogel.

Er feierte schon das letzte Ortsjubiläum

Miterlebt hat er auch das letzte Jubiläumsfest vor 50 Jahren. „Das habe ich in ausserordentlich guter Erinnerung“, sagt er. Eine grosse Sache sei es gewesen.

„Es gab einen Umzug mit verkleideten Leuten, die historische Gruppen von den Kelten bis heute darstellten“, erinnert er sich. Auch der Schlossgarten sei geöffnet gewesen. „Das war damals etwas Besonderes“, betont er.

Bilder und Text: Isabelle Berger
Der erste Band der Chroniken ist mit einem kalligrafischen Titelblatt verziert, die den Autor benennt: Peter Vogels Vater Niklaus Vogel.

Wir bauen für Sie: Aktuelle Information Anschluss Weststrasse Oberdiessbach 22.03.2018

Die Gemeinde wird ab Montag, 26. März 2018 den Strassenanschluss Weststrasse an die Burgdorfstrasse neu bauen. Gleichzeitig wird der Kanton die Burgdorfstrasse im Anschlussbereich verbreitern und mit einem Fussgängerstreifen ergänzen. Der Projektperimeter ist im Übersichtsplan ersichtlich.

Durch die Bauarbeiten kommt es sowohl auf den Strassenanschlüssen Weststrasse/Rainweg als auch auf der Burgdorfstrasse teilweise zu Verkehrsbehinderungen. Die Zu- und Wegfahrt für die Anwohner wird jederzeit möglich sein. Die Verkehrsregelung wird phasenweise mittels Ampeln geregelt, es ist mit kurzen Wartezeiten zu rechnen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende Juli 2018 abgeschlossen. Der Deckbelag auf der Burgdorfstrasse wird im Herbst 2018 eingebaut, derjenige auf der Weststrasse im Jahre 2019.

Bei Fragen und Anregungen stehen Ihnen folgende Ansprechpersonen zur Verfügung:

Gemeinde
Bauverwaltung Oberdiessbach, Ueli Blaser, Tel. 031 770 27 25, ueli.blaser@oberdiessbach.ch

Ingenieurbüro
Bächtold & Moor AG, Adrian Berger, Tel. 031 350 88 88, adrian.berger@baechtoldmoor.ch

Bauunternehmung
Implenia Schweiz AG, Stefan Gmünder, Tel. 058 474 03 25, stefan.gmuender@implenia.com

Oberdiessbachs neuer Gemeindepräsident Niklaus Hadorn: Ur-Diessbacher, Kranzschwinger, Landwirt

Gemeindepräsident Niklaus Hadorn (rechts) mit Sohn Simon, dessen Partnerin Ramona Gerber und dem ersten Enkel Dominik. Dominic war zum Zeitpunkt der Aufnahme zwei Wochen alt. (Bilder: Res Reinhard)
Als die Stimmberechtigten von Oberdiessbach am 26. November an die Urne gingen, hatten sie die Wahl zwischen parteilicher und personeller Kontinuität. Sie entschieden sich für die personelle. Niklaus Hadorn sitzt seit 16 Jahren für die SVP im Gemeinderat und wird nun die letzten vier Jahre, die ihm die Amtszeitbeschränkung erlaubt, als Gemeindepräsident amten.

Der neue Gemeindepräsident Niklaus Hadorn ist nicht nur politisch, sondern auch persönlich stark mit seinem Dorf verbunden. Der Ur-Diessbacher, wie er sich selber nennt, lebt noch immer da, wo er auch geboren ist, auf dem elterlichen Bauernhof etwas oberhalb des Dorfes. Von jung auf war er auch in diversen Vereinen engagiert. Besonders bei den Viehzüchtern und als aktiver Schwinger im Schwingklub Oberdiessbach, unter anderem als Mitglied des Organisationskomitees des Bernisch Kantonalen Schwingfests, das 2011 in Oberdiessbach stattfand.

Obwohl er keines seiner vielen Engagements missen möchte, sind ihm auch die Schattenseiten dieses aktiven Lebens bewusst. "Ich habe einmal ausgerechnet, wie viele Abende pro Jahr ich jeweils zuhause war. Es waren nicht viele." Vielleicht auch deshalb lief es zuhause nicht immer gut, bis Ehefrau Ursula vor fünf Jahren schliesslich fand, es sei Zeit für etwas Neues, und Hof und Familie verliess.

"Ich kann jetzt kochen"

Heute lebt Niklaus Hadorn mit seinem ältesten Sohn Simon, der vor einem Jahr den Hof übernahm, dessen Partnerin Ramona Gerber und dem ersten Enkelkind Dominik auf dem Hof. Gut neun Hektaren bewirtschaftet die Familie, betreibt Milchwirtschaft und Viehzucht. Auch Sohn David, im zweiten Lehrjahr als Landwirt, wohnt noch zuhause. Tochter Karin, Detailhandelsfachfrau, lebt in Frauenfeld. "Meine Kinder waren sehr wichtig für mich nach der Trennung", erzählt er. Heute habe er sich aber gut neu eingerichtet in seinem Leben. Sogar etwas schmunzeln kann er inzwischen ab und zu und das Positive sehen: "Ich kann jetzt kochen."

Hadorn kam so zur Politik, wie das auf Gemeindeebene üblich ist: Vor rund vierzig Jahren wurde er in die erste Kommission gewählt. "Es war eine leichte", sagt er heute. "Sie war zuständig für die Strassennamen und die Nummerierung der Häuser." Gefragt wurde er, weil er als Einheimischer und als Landwirt viele Flurnamen kannte. Es folgten Sitze in der Bau- und in der Schulkomission, bis er 2002 den Sprung in den Gemeinderat schaffte und 2009 schliesslich Vize-Gemeindepräsident wurde.

Er freue sich auf den "Kick zum Schluss", sagte er im Vorfeld der Wahlen. Und danach: "Es ist mir eine Freude und Ehre." Als langjähriger Vize-Gemeindepräsident weiss Hadorn, was ihn die kommenden Jahre erwartet. Die Herausforderungen sind klar: Da ist zuerst die Mehrzweckhalle (MZH), deren Planung gestoppt wurde, nachdem sich die Bevölkerung fast nur kritisch zum Projekt geäussert hatte. Damit zusammenhängend stehen Entscheidungen zur Schulraumplanung an. Weiter müssen, so Vorgänger Hans Rudolf Vogt (FDP), Vorgaben des Kantons zum verdichteten Bauen umgesetzt werden, insbesondere muss die Gemeinde planen, was auf dem Vogt-Areal inmitten des Dorfs gebaut wird.

Neue Auslegeordnung in Sachen Mehrzweckhalle

Wie es mit dem MZH-Projekt weitergeht, war auch Thema der ersten Gemeinderatssitzung 2018. Im März geht die Oberdiessbacher Exekutive einen Tag lang in Klausur und will das weitere Vorgehen bestimmen. Die Themen wurden vorbereitet und der Verwaltung mitgeteilt, was sie an Informationen zusammentragen muss, damit Entscheidungen getroffen werden können. "Wir müssen jetzt eine seriöse Auslegeordnung machen und eine höhere Flughöhe erreichen", sagt Hadorn. Es sei nun alles wieder offen, auch ob es überhaupt eine neue Sporthalle brauche. "Ziel der Klausurtagung ist: Die nötigen Schritte und deren Reihenfolge zu bestimmen, und daraus die Aufträge zur Weiterarbeit zu erteilen."

Der Einstieg ins Präsidentendasein sei ihm nicht schwer gefallen, sagt er heute. Er spüre viel Freude bei seinen Wählern, wobei er diese als erfahrener Gemeindepolitiker humorvoll-pragmatisch sieht: "Die wird sicher noch etwas vergehen", lacht er.

[i] Siehe auch News Berichte
- "Gemeindewahlen in Oberdiessbach: Zwei Typen - aber keine Richtungswahl" vom 22.11.2017
- "Oberdiessbach - Niklaus Hadorn (SVP) ist neuer Gemeindepräsident" vom 26.11.2017 (Video!)

Text: Anina Bundi
Bilder: Res Reinhard

Hadorn hält das erste Mal seinen neugeborenen Enkel auf dem Arm. (Bilder: Res Reinhard)
Nachdem seine Ehefrau den Hof verlassen hatte, musste er das Kochen lernen.
Piekfein aufgeräumte Küche auf dem Hofe Hadorn.
Diese Handgriffe sitzen schon länger: Niklaus Hadorn im Stall.
Neugierige und behornte Kuh bei Hadorns.
Jahrgang 1954 und zwei Kränze: Niklaus Hadorn als junger Schwinger... (Bild: sk-oberdiessbach.ch)
... und einer der Preise, die er an Schwingfesten gewonnen hat: Stabelle mit Kerbschnitzerei.
Der Hof am Ende des Gumiwegs.

Thuner Tagblatt-Artikel: "Ich bin an meine Grenzen gestossen" 29.12.2017

Hans Rudolf Vogt tritt Ende Jahr als Gemeindepräsident von Oberdiessbach zurück. (Bild: Steve Wenger)
Hans Rudolf Vogt tritt Ende Jahr als Gemeindepräsident ab. Er hat sich mehr als ein Vierteljahrhundert in der Gemeindepolitik engagiert und vieles kommen und gehen sehen. Zum Beispiel Dorfkönige und neue Dörfer.

Sie sind mehr als ein Vierteljahrhundert in Oberdiessbach politisch tätig. Was hat sich in dieser Zeit am meisten verändert?

Hans Rudolf Vogt: Gleich nachdem ich das Gemeindepräsidium angetreten hatte, nahmen wir die Reorganisation der Verwaltung in Angriff. Wir führten das Geschäftsleitermodell mit Abteilungsleitern für Bau, Finanzen, Soziales und Verwaltung ein.

Die Professionalisierung der Verwaltung wird immer mal wieder kritisiert. Stimmt die Aussage, dass Laienpolitiker im Gemeinderat nur die Vorschläge der Verwaltungsprofis abnicken?

Das würde ich so nicht sagen. Keine Frage: Wir sind froh, haben wir gute Leute in der Verwaltung. Wir sind auf deren Hilfe angewiesen. Aber die Entscheide werden im Gemeinderat gefällt, vor allem im strategischen Bereich.

Wo hat der Gemeinderat in Ihrer Amtszeit der Verwaltung am meisten reingeredet?

(lacht) Ein konkretes Beispiel kommt mir nicht in den Sinn. Aber wir waren nicht immer gleicher Meinung.

Sind die Zeiten vorbei, in denen faktisch der Gemeindeschreiber das Sagen im Dorf hatte und gar nicht der Gemeinderat?

Früher konnte diese Aussage durchaus Gültigkeit haben. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, als man im Dorf sagte, Gemeindeschreiber Fritz Maibach sage, wos langgeht. Schon sein Nachfolger Peter Tanner konnte nicht mehr im selben Ausmass die Fäden ziehen, weil er beispielsweise nicht mehr für die Finanzen zuständig war. Mit dem Geschäftsleitermodell haben wir die Verantwortlichkeiten noch breiter verteilt.

Was macht das Amt des Gemeindepräsidenten in Oberdiessbach so faszinierend, dass Sie es 16 Jahre lang ausführen mochten?

Ich habe mir mehr als einmal die Frage gestellt, wie lange ich diesen Job machen kann, soll und will. Am Ende waren aber die Fusionen mit Aeschlen und Bleiken entscheidend dafür, dass ich jetzt 16 Jahre machte. Als Aeschlen und Oberdiessbach eine neue Gemeinde gründeten, wurden alle Reglemente neu erstellt und damit auch die Amtsdauern der Ratsmitglieder neu gestartet. Wäre das nicht passiert, wäre nach 12 Jahren Schluss gewesen. Als 4 Jahre später Bleiken zu uns stiess, dachte ich, es wäre ein schlechtes Signal, wenn ich als Gemeindepräsident auf diesen Termin hin abträte.

Ist es für die Bevölkerung einer fusionierten Gemeinde wirklich so wichtig, wer Gemeindepräsident ist?

Nein. Aber es wäre ein falsches Zeichen gewesen. Es war letztlich mein persönlicher Entscheid und meine Interpretation der Situation.

Die grössten Auswirkungen hatten die Fusionen auf die Parteienlandschaft. Sie haben so viele SVP-Wähler in die Gemeinde fusioniert, dass die SVP Ihrer eigenen Partei, der FDP, den Rang abgelaufen hat...

Das stimmt. Aber mögliche politische Auswirkungen standen im Vorfeld nie zur Debatte. Unsere Botschaft war immer klar: Wenn eine kleine Nachbargemeinde an einer Fusion interessiert ist, sind wir offen dafür.

Abgesehen von der Parteienstärke: Haben sich die Fusionen auf das Alltagsleben in der Gemeinde ausgewirkt?

Durch das grössere Gemeindegebiet mit mehr Strassen und Wegen hat vor allem das Personal im Bereich Tiefbau und Betriebe mehr zu tun. Auch der Gemeinderat hat noch gewisse Aufgaben zu bewältigen, welche auf die Fusionen zurückzuführen sind. Ich denke da etwa an die Zusammenführung der Ortsplanungen und der Baugesetze.

Waren Sie seit der Fusion mit Aeschlen oder Bleiken öfter in einem der beiden Dörfer als vorher?

Ja.

Als Bürger oder als Gemeindepräsident?

Zunächst war ich im Rahmen der Verhandlungsund Gesprächsrunden vor den Zusammenschlüssen oft in Aeschlen und Bleiken. Im Nachgang zur Fusion war ich nicht so oft in Aeschlen, auch weil in diesem Ortsteil nur wenige Anlässe stattfinden. In Bleiken ist dies anders; dort ist ja noch das Restaurant Traube. Auch im Saal des ehemaligen Gemeindehauses finden immer wieder Anlässe statt. Deshalb sind Oberdiessbacher eher in Bleiken als in Aeschlen anzutreffen.

Ist der Konzentrationsprozess rund um Oberdiessbach abgeschlossen?

Ich denke schon. Wir haben ja im Vorfeld der Fusion mit Bleiken den Fächer für einen grösseren Zusammenschluss geöffnet. Brenzikofen und Herbligen haben aber klar gesagt, dass sie eigenständig bleiben wollen. Daran hat sich nichts geändert.

Sie treten 2018 noch einmal an im Kampf um einen Sitz im Grossen Rat. Blicken wir kurz auf die regionale und kantonale Politik: Ist Oberdiessbach im Verwaltungskreis und in der Regionalkonferenz Mittelland am richtigen Ort – jetzt, wo Linden sehr intensiv nach Thun schielt?

Als Gemeindepräsident war ich Mitglied der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Bern-Mittelland. Nach meinem persönlichen Dafürhalten sind wir am richtigen Ort – weil wir eindeutig Richtung Bern orientiert sind. Schon als es um die Bildung der Regionalkonferenz ging, war sich das ganze Kiesental einig, dass wir in Richtung Bern gehen wollen. Daran hat sich nichts geändert – zu Recht, wie ich beispielsweise mit Blick auf die Pendlerströme meine.

Ist das Leben am Rand einer grossen Region so schwierig, wie man es immer wieder hört?

Wenn jemand wie ich die Möglichkeit hat, in der Geschäftsleitung Einsitz zu nehmen, ist die Optik eine andere. Da sieht man den Sinn schon – und realisiert, dass es halt nun mal eine Tatsache ist, dass sich vieles in der Stadt und der Agglomeration abspielt. Das muss man als Gemeinde am Rand akzeptieren. Gleichzeitig muss man versuchen, davon zu profitieren, dass etwa der Bund Gelder für gewisse Projekte nur ausschüttet, wenn sie Teil einer regionalen Planung sind. Und: Auch Vertreter von kleinen Gemeinden können in der Geschäftsleitung einer Regionalkonferenz Einsitz nehmen und sich so einbringen.

Wenn sie die Zeit haben.

Das stimmt. Man muss die Kapazität haben.

Was machen Sie mit der Zeit, die nach Ihrem Rücktritt aus der Lokalpolitik frei wird?

Ich bin in einem Alter, in dem man nicht alles so elegant meistert wie früher. Die letzte Session im Grossen Rat war zeitlich sehr belastend; da haben das Geschäft oder die Gemeinde manchmal etwas gelitten, und ich bin an meine Grenzen gestossen.

Wie sieht eigentlich die Zukunft Ihres Geschäfts aus? Sie könnten in Pension gehen...

Wir überlegen uns seit längerem, wie das weitergehen könnte. Meine Frau und ich führen das Geschäft alleine. Dank dem, dass sie etwas jünger ist als ich, können wir noch zwei, drei Jahre so weitermachen. Was dann kommt, ist offen. Aber ich bin ehrlich: Wir hegen wenig Optimismus. Ein Geschäft wie unseres – noch mit dem Mix aus Uhren und Optik – hat wahrscheinlich keine Zukunft mehr in einem Dorf wie Oberdiessbach.

Wir haben uns jetzt intensiv über Politik und Beruf unterhalten. Kennt Hans Rudolf Vogt auch Freizeit?

Nein. (lacht)

Keinen Ausgleich, frische Luft, Vereinsleben?

Nun, das mit dem Verein ist schon lange vorbei. Wir sind fast jeden Sonntag draussen zu Fuss unterwegs und leisten uns im Sommer und im Herbst jeweils zwei Wochen Ferien.

Gibt es etwas, das in den letzten Jahren zu kurz kam, das Sie jetzt endlich in Angriff nehmen können?

Wir sind Grosseltern von zweijährigen Zwillingen. Ich freue mich darauf, mit den beiden mehr Zeit zu verbringen. Was kommt, wenn wir dereinst nicht mehr im Geschäft engagiert sind, ist offen. Vielleicht kommt dann noch die eine oder andere Reise hinzu.

Thuner Tagblatt-Artikel
Interview: Marco Zysset


ZUR PERSON
Hans Rudolf Vogt wurde am 30. September 1950 in Oberdiessbach geboren. Nach Prim und Sek absolvierte er zunächst eine Uhrmacherlehre, dann eine Optikerlehre und führt heute zusammen mit seiner Frau ein Uhren- und Optikgeschäft. Der Vater zweier erwachsener Kinder war lange Zeit als Turner aktiv, hat den örtlichen Turnverein geleitet und war im Oberländischen Turnverband Verbandsoberturner und später auch noch Obmann der Männerturner. 1992 wurde er in die Primarschulkommission von Oberdiessbach gewählt, 2002 zum Gemeindepräsidenten. Seit 2014 ist er Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern, wo er 2018 zur Wiederwahl antritt. In seiner Zeit als Gemeindepräsident hat er zwei Gemeindefusionen erlebt, 31 Gemeindeversammlungen und 358 Gemeinderatssitzungen geleitet.

Hans Rudolf Vogt: Sein Herz schlägt noch immer für Oberdiessbach 04.12.2017

Sogar sein Heimatort ist Oberdiessbach: Hans Rudolf Vogt will sich auch nach seinem Rücktritt weiterhin für seine Gemeinde einsetzen. (Bild: zvg)
16 Jahre war er im Amt, 358 Gemeinderatssitzungen hat er geleitet: Oberdiessbachs Gemeindepräsident Hans Rudolf Vogt tritt per Ende Jahr zurück. Ein Rück- und Ausblick.

„16 Jahre ist lang, aber ich habe kein Problem das Amt nun abzugeben“, sagt Vogt. In Oberdiessbach gibt es eigentlich eine Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren. Wegen der Fusion mit Aeschlen begann die Zählung aber bei Null - und Vogt blieb noch etwas länger.

„Damals standen wir bereits in den Fusionsverhandlungen mit Bleiken. Da kann ein Gemeindepräsident nicht abtreten, sondern muss diese durchbringen“, sagt Vogt. Aber jetzt sei der Zeitpunkt gut, es laufe gut in der Gemeinde. Und: „Ich habe viel gemacht für die Gemeinde. Jetzt sollen Jüngere das Ruder übernehmen.“

Die Fusionen mit Aeschlen 2010 und Bleiken 2014 sind das, was Vogts Amtszeit neben der langen Dauer so besonders macht: „Es gibt wohl sehr wenige Gemeindepräsidenten, die gleich zwei Fusionen miterlebten,“ mutmasst er.

Erfolge in verschiedenen Bereichen

In den 16 Jahren gab es aber noch andere Highlights. Zum Beispiel die Sanierung des Buumehus’ im Zentrum von Oberdiessbach, welches die Gemeinde aus einem Erbe übernehmen konnte. Seit 2005 wird es nun als Museum und als Ort für kulturelle Anlässe genutzt. „Heute ist das Buumehus ein Schmuckstück im Dorf“, sagt Vogt. Das viele Geld, das die Gemeinde in das Haus gesteckt habe, sei es wert gewesen.

Vogt wurde in seiner Amtszeit auch Mitglied der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Bern-Mittelland. „So konnte ich die Anliegen der ländlichen Gebiete einbringen und veranlassen, dass Oberdiessbach zu einem Zentrum vierter Stufe aufstieg“, erzählt Vogt. Das bedeute, dass es weniger Hindernisse bei der Gemeindeentwicklung gebe, zum Beispiel bei der Einzonung von Land oder bei Bewilligungen.

Ein anderes erfolgreiches Projekt war die Vermarktung der Gemeinde: „Zusammen mit einem externen Berater aus Österreich haben wir dafür Szenarien erarbeitet und darauf wurde 2009 zum Zweck des Ortsmarketings der Verein `Zäme für Oberdiessbach` gegründet“, so Vogt. Nächstes Jahr feiert Oberdiessbach sein 800-Jahr-Jubiläum und da trage der Verein massgelblich zu rund sechzig Aktivitäten bei.

Ein Erfolg sei auch der Neubau des Sportplatzes Leimen für den FC Oberdiessbach gewesen, der 2013 eröffnet wurde. „Wir haben nun an einem guten Standort eine der schönsten Anlagen im Kanton Bern“, freut sich Vogt. Auch von den umliegenden Gemeinden werde der Platz rege genutzt.

Ortsplanung ging auf

Ein Teil des ursprünglichen Geländes wurde umgezont und ist mittlerweile überbaut. Im Zuge der Ortsplanungsrevision von 2005 wurden weitere Einzonungen gemacht, welche heute bis auf ein Gebiet überbaut sind. Ein Erfolg für Vogt: „Die Ortsplanungsrevision haben wir gut gemacht. Sie ist breit auf die Bevölkerung abgestützt und heute noch aktuell.”

In Planung ist momentan die Überbauung des Vogt-Areals mit mehrheitlich Wohnbauten. „Das Gebiet muss noch umgezont werden“, sagt Vogt zum Stand der Dinge.

Es gab auch Niederlagen

Es gab aber auch die eine oder andere Bruchlandung. Beispielsweise die neue Mehrzweckhalle, die den Wünschen der Bevölkerung nicht gerecht wurde. Das Projekt wurde 2016 sistiert. „Das Projekt müsste nun von den Gegnern wieder aufgenommen werden. Sonst ist die Chance, dass es definitiv scheitert, relativ hoch“, sagt Vogt dazu.

Gefloppt ist auch das Tempo 30 auf dem gesamten Gemeindegebiet. Vogt bedauert, dass es wuchtig abgelehnt wurde und wohl auch nicht wieder aufgenommen werden wird.

Mehr Zeit für den Grossrat, ...

Vogt will nach seiner Zeit als Gemeindepräsident politisch aktiv bleiben. „Bis im Juni 2018 bin ich sicher noch im Grossrat und will im März nochmals dafür kandidieren“, sagt er zu seinen Zukunftsplänen. Er würde gerne in der kantonalen Politik weitermachen und dort die Region Oberdiessbach vertreten. Die Zeit für den Grossrat habe ihm manchmal gefehlt, was sich jetzt aber ändern werde.

Oberdiessbach liegt ihm also weiterhin sehr am Herzen, und das kommt nicht von ungefähr: „Abgesehen von zwei, drei Jahren Ausbildung war ich immer in Oberdiessbach. Ich bin da geboren und aufgewachsen, war aktiv in Vereinen und auch mein Heimatort ist Oberdiessbach“, sagt er. „Mi ghört echli derzue“, meint er bescheiden.

...für die Familie und das Geschäft

Mehr Zeit wird ihm auch bleiben für die Familie: Vogt ist Grossvater von zweijährigen Zwillingsbuben. Auch im Garten könnte er mehr Zeit investieren, meint er. Oder zum Spazieren und in die Berge gehen.

Zudem ist er immer noch mit Herzblut Optiker und Uhrmacher. Das Geschäft an der Kirchstrasse 6 führt er zusammen mit seiner Frau weiterhin. „Vom Alter her könnte ich aufhören, aber meine Frau ist noch etwas jünger“, sagt der 67-Jährige. Sie seien dabei, eine Lösung für die Zukunft des Geschäfts zu suchen. Noch zwei bis drei Jahre will er weitermachen. Dass er nun etwas mehr Luft für Termine haben werde, sei gut für die Kunden.

Vogt: “Oberdiessbach soll lebendig bleiben”

Für Oberdiessbach wünscht sich Vogt, dass es ein lebendiges Dorf ist und bleibt. „Mit den Einzonungen für Gewerbe und Industrie im Zuge der Ortsplanungsrevision haben wir dies realisiert“, sagt er. Wenn es in Oberdiessbach Arbeitsplätze gebe, werde es nicht zum Schlafdorf. „Heute pendeln soviele Leute vom Ort weg wie Leute hinpendeln. Das Dorf ist also attraktiv.“

Text: Isabelle Berger

Bruno Wittwer vom Gewerbepark: „Oberdiessbach hat Potenzial“ 02.10.2017

2013 brannten in Oberdiessbach eine Schreinerei und eine Lagerhalle ab. Die Gebäude standen auf dem Grundstück, welches Bruno Wittwer mit der Hauben AG zwei Jahre zuvor gekauft hatte. Nun steht dort, am Dorfausgang Richtung Konolfingen, vom neuen Gewerbepark bereits ein beachtlicher Teil des Rohbaus. Der für den Bau verantwortliche Wittwer sieht in Oberdiessbach viel wirtschaftliches Potenzial.

Wittwer wohnt seit zwanzig Jahren in Oberdiessbach. Abgesehen vom Gewerbepark sei er aber hier sonst nicht gross aktiv, sagt er. Der ursprüngliche Ingenieur hatte früher mehrere Betriebe im Bereich Maschinenbau. Im Rahmen einer Nachfolgeregelung verkaufte er diese, um sich speziellen Projekten zu widmen: Einem Kleinkraftwerk in Langnau, seinem Hobby als Designer von Möbeln und Wohnaccessoires aus Metall und nun dem Gewerbepark.

Ein bescheidenes Grossprojekt

Dereinst sollen hier auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern Läden und Gewerbebetriebe einziehen – ein Volg, die Bäckerei Aeschlimann mit Café, die Metzgerei Lüthi + Portmann und das Fitnessstudio Phys.i.O. stehen schon fest.

Wenn man mit Wittwer spricht, hat man aber dennoch nicht das Gefühl, dass es sich um ein Grossprojekt handle. „Die Nutzung des Areals wird immer noch etwa gleich sein wie vorher, nur, dass neu alles in einem Gebäude ist“, sagt er. Mehrere Gewerbebetriebe und Geschäfte finden auf unterschiedlich grossen Flächen Platz. Bei der Umsetzung war auch die zeitliche Fertigstellung ein Thema, da die Gebäudeversicherung Fristen für den Wiederaufbau setzte.

Neue Perspektiven nach dem Brand

So bescheiden dies klingt, Wittwer eröffneten sich mit dem Brand neue Perspektiven. „Ich habe hier die Möglichkeit, den Dorfeingang mitzugestalten“, sagt er. Er hat mit den Anwohnern gesprochen. „Das Echo war sehr gut und es gab keine Einsprachen gegen das Projekt, was mich sehr gefreut hat“, sagt er.

Das Gelände sei nach dem Brand unattraktiv gewesen und das Projekt bringe eine Verbesserung der Situation eingangs Dorf. Dort saniert der Kanton demnächst auch die Hauptstrasse und die Gemeinde die Weststrasse ins Industriegebiet.

Der Mix machts

Der Standort an einer Strasse mit viel Durchgangsverkehr sei ideal für Detaillisten und Lebensmittelhändler. „Hier fahren täglich 10 000 Autos vorbei. Im Gewerbepark könnte man beispielsweise am Feierabend im Vorbeifahren einkaufen und vielleicht noch ins Fitness“, schlägt Wittwer vor. Mit dem Mix aus verschiedenen Läden und Gewerben glaubt er auch, dass eine Metzgerei in Oberdiessbach wieder Bestand haben kann.

Er suchte deshalb gezielt nach Mietern, sprach schon im Vorfeld mit der Bäckerei und der Metzgerei aus dem Dorf. Beide sprangen aber wieder ab, die Metzgerei schloss ganz, die Bäckerei zog weg. Wittwer fand aber Ersatz.

„Es macht mir Spass mit den Interessenten zu reden und so viele verschiedene Leute und Gewerbe kennen zu lernen“, sagt er. Es würden sich interessante Fragestellungen ergeben. „Zum Beispiel brauchen sie oben im Fitness auch Proteine“, schmunzelt er und meint mit „auch“, die Metzgerei Lüthi & Portmann im Erdgeschoss.

Trotz guter Erschliessung kaum bekannt

Wittwer glaubt aber nicht nur an den Standort seines Gewerbeparks, sondern insgesamt an den Standort Oberdiessbach. „In zwanzig Minuten ist man von hier aus in Bern, in zehn in Thun, in fünf auf der Autobahn. Aber man kennt Oberdiessbach kaum“, sagt er, der sich wünscht, dass die Gemeinde mehr aktives Standortmarketing betreiben würde.

Noch ist nicht die ganze Fläche vermietet. Die Räume im Kopfbau, dessen Bau eben begonnen hat, sind zum Beispiel noch frei. „Oben wäre Platz für ein Restaurant, aber es braucht dafür mehr einen Unternehmer, als einen Beizer“, sagt Wittwer, der für den grossen Raum auch eine kulturelle Nutzung für möglich hält.

„Die grossen Schaufenster im Erdgeschoss des Kopfbaus wären ideal für einen Töffladen mit Ausstellung und Werkstatt“, meint er. Für die weiteren freien Flächen denkt Wittwer unter anderem an einen Kleider- oder spezialisierten Sportladen. Auch ein kleines Gewerbelokal, beispielsweise für einen Coiffeursalon, im vorderen Gebäudeteil und eine grosse Halle und weitere Gewerberäume im hinteren Teil sind noch frei.

Weitere Mieter und Name gesucht

In einem Jahr soll der Neubau eröffnet werden. „Ich hoffe noch auf zwei bis drei grössere Mieter bis zur Eröffnung, da es dann einfacher wäre zu planen“, sagt Wittwer. Was auch noch nicht steht ist der Name des neuen Gewerbeparks“, sagt Wittwer. „Oberdiessbach Nord“, oder einfach nur „ON“, oder „Spitz“ in Anlehnung an den Standort respektive die Geometrie der Parzelle sind im Spiel. „Ich wäre froh um Inputs zum Namen“, lädt Wittwer ein.

Text und Fotos: Isabelle Berger

Besuch auf dem Diessenhof: Wo der Kompost hingeht und das Gemüse herkommt 07.08.2017

Bruno und Denise Bläuer - hier beim Sonnenblumenfeld - führen den Diessenhof zusammen mit ihrer Tochter, einer Gärtnerin, Bruno Bläuers Vater und weiteren Helfern. (Fotos: Tobias Kühn)
Seit 49 Jahren pachtet die Familie Bläuer den Diessenhof an der Lindenstrasse in Oberdiessbach. Bruno und Denise Bläuer, die den Betrieb in der zweiten Generation führen, haben in den letzten Jahren ihren Hofladen ausgebaut. Gleichzeitig nehmen sie das Grüngut der Gemeinde entgegen. Zwei Dienstleistungen, die sich gut ergänzen.

Die Tomaten sind seit rund drei Wochen reif, am Nachmittag wollen sie Gurken ernten und demnächst geht es ans Kartoffelgraben. Bläuers haben viel zu tun in diesen Sommertagen. Der Diessenhof, den die Familie von der Miteigentümer-Gemeinschaft von Wattenwyl gepachtet hat, umfasst 44 Hektaren - Weide, Ökoflächen, Getreide, Mais, Kartoffeln, Gemüse, Sonnenblumen. Zum Betrieb gehören rund 40 Mastrinder, die Milchwirtschaft wurde vor einem Jahr eingestellt. Das augenscheinlichste Standbein ist der Hofladen.

«Die Lebensmittel haben einen Wert»

Bläuers haben vor rund zwanzig Jahren angefangen, Gemüse zu verkaufen. Das Geschäft ist stetig gewachsen. Letzten Winter konnten sie den Verkaufsraum des Hofladens ausbauen. „Alles Gemüse was wir hier verkaufen, ist hier produziert“, erklärt Bruno Bläuer stolz. Das nach IP-Suisse-Standard angebaute Gemüse soll gut sein, nicht billig, so die Philosophie. „Die Lebensmittel haben einen Wert, man sollte sich dieses Wertes bewusst sein.“

Im Hofladen kostet ein Salat stets 1.50 Franken, egal ob der aktuelle Marktpreis gerade etwas höher liegt oder etwas tiefer. Das ist praktisch für die Mütter: Sie können ihren Kindern 1.50 mitgeben und diese problemlos zum Salatholen in den Selbstbedienungsladen schicken.

Beliebte Kartoffeln

Von Auberginen bis Zwiebeln gibt’s im Hofladen je nach Saison viele weitere Gemüsesorten. „Was wir immer haben müssen, sind Rüebli und Kartoffeln“, sagt Bruno Bläuer. Letztere kämen bei den Kunden besonders gut an. Auf vier Hektaren bauen Bläuers die beliebten Knollen an.

Ebenfalls gefragt sind die Sonnenblumen, die auf zwei Hektaren wachsen. Da kann auch einmal eine Bestellung von 200 Stück eingehen. Weiter verkaufen Bläuers Obst aus Brenzikofen. Aus Herbligen stammen die Eier, die für andere Absatzkanäle zu gross wären. Geschätzte 90 Prozent der Besucher im Hofladen sind Stammkunden aus der Gegend. Auch mehrere Restaurants und ein Marktfahrer beziehen ihr Gemüse hier.

Oberdiessbacher Kompost ersetzt Kunstdünger

Ein Vorteil des Diessenhofes ist seine zentrale Lage. „Alle haben etwa gleich weit zu uns“, ist sich Bruno Bläuer bewusst. Daher eignet sich der Hof für eine weitere Dienstleistung: Die Grüngutannahme der Gemeinde Oberdiessbach.

Jeweils am Mittwoch und Samstag können die Bewohner aus Oberdiessbach, Aeschlen und Bleiken ihre Garten- und Rüstabfälle beim Diessenhof abladen. Das Grüngut wird dann gehäckselt und kompostiert. Ein Teil des Kompostes landet wieder auf Bläuers Feldern und ersetzt so einen rechten Teil an Kunstdünger.

Viele helfende Hände

Bruno Bläuer betont, dass mit dem Hofladen und dem Grüngut ein grosser Teil der Wertschöpfung auf dem Hof passiert. Neben ihm und seiner Frau - beide sind übrigens um die 50 Jahre alt - stehen die Tochter und der Vater im Einsatz. Zudem haben Bläuers eine Gärtnerin angestellt, mehrere Pensionierte helfen auf dem Betrieb.

Was bringt da die Zukunft? Bruno und Denise Bläuer haben im Moment keine Pläne, den Betrieb zu vergrössern. In einem Jahr allerdings ist die Familie Bläuer seit einem halben Jahrhundert auf dem Diessenhof. Wie dies gefeiert werden könnte, dafür haben die zwei schon einige Ideen.

Zuerst geht aber die Arbeit weiter: Vater Bläuer und eine Nachbarin rüsten hinter dem Hofladen Bohnen, Bruno Bläuer begrüsst einen Restaurantkoch, der die bestellte Ware abholt. Und Denise Bläuer verabschiedet sich um Kräuter ernten zu gehen.

Text und Bilder: Tobias Kühn


Neues Kleintiergehege im Kastanienpark 07.08.2017

Seit einigen Wochen leben drei Appenzeller Barthühner und die beiden Holländerkaninchen mit Namen Max und Moritz bei uns auf dem Gelände. Die Tiere erfreuen unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie viele grosse und kleine Besucherinnen und Besucher.
 
Warum Tiere im Kastanienpark?
Unterschiedliche Untersuchungen belegen, dass sich Tiere in Altersbereichen ausschliesslich positiv auf den Menschen auswirken. Eine Umfrage in unseren Aktivierungsgruppen stiess mehrheitlich auf positive Resonanz. Hier einige Vorteile der Tierhaltung im Kastanienpark:
 
  • Die Tiere sind der Öffentlichkeit zugänglich und das Gehege ist zu einem Treffpunkt für Alt und Jung geworden.
  • Dadurch entsteht eine Vernetzung zwischen Drittpersonen und dem Kastanienpark.
  • Der neue Treffpunkt ermöglicht vermehrte soziale Anregungen und ist ein Eisbrecher für zwischenmenschliche Kontakte.
  • Tiere bringen Abwechslung in den Alltag und vielfältige Erlebnismöglichkeiten.
  • Tiere regen zu vermehrter Bewegung und Aktivität an und bewirken dadurch eine höhere Lebenszufriedenheit.
 
Warum Kaninchen und Hühner?
Diese Tiere sind den Bewohnenden vertraut und animieren zum Beobachten. Bei angepasster Infrastruktur sind die Tiere in der Haltung genügsam. Der Arbeitsaufwand für Pflege und Betreuung der Tiere hält sich in Grenzen. Das Gehege ist ausbruchsicher mit einem Schutznetz umgeben. Ein mit Rollator und Rollstuhl begehbarer Plattenweg ermöglicht die Beobachtung der Tiere aus verschiedenen Perspektiven.
 
Das neue Kleintiergehege ist ein Geschenk unseres Frauenkomitees.

Wasserversorgung Bleiken: Erhöhung der Verbrauchs- und Grundgebühren 23.06.2017

Information an alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften im Ortsteil Bleiken, welche an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind

Erhöhung der Verbrauchs- und Grundgebühren der Wasserversorgung Bleiken
Seit Jahren und unabhängig von der Fusion mit Oberdiessbach schreibt die Wasserversorgung Bleiken rote Zahlen. Das Eigenkapital hat entsprechend abgenommen und beträgt per 1.1.2017 noch CHF 144'949.45. Aufgrund eines voraussichtlichen Kostendeckungsgrads von noch knapp 60 % hat der Gemeinderat bei der Beschlussfassung über das Budget 2017 und gemäss Wasserversorgungsreglement entschieden, die Wassergebühren zu erhöhen.

Die Verbrauchsgebühr wird deshalb von CHF 1.00 auf CHF 1.60 pro Kubikmeter verbrauchten Frischwassers angehoben. Die Grundgebühr pro Wohnung und Gewerbe von CHF 70.00 auf CHF 100.00 pro Jahr. Damit sind die Wassergebühren gleich hoch wie in den Ortsteilen Aeschlen und Oberdiessbach, wo die Wasserversorgung durch die Wasserversorgungsgenossenschaft Oberdiessbach betrieben wird.

Zu beachten ist, dass trotz der Gebührenerhöhung weiterhin mit Defiziten in der Spezialfinanzierung "Wasserversorgung Bleiken" zu rechnen ist, auch wenn diese nun um einiges tiefer ausfallen werden.

Fragen zur Rechnungsstellung und/oder Gebührenerhöhung beantwortet Ihnen der Finanzverwalter, Thomas Reusser, Tel. Nr. 031 770 27 36, gerne.

Mit neuen Ideen und italienischem Touch: Der Sternen Oberdiessbach öffnet wieder 14.06.2017

Im Spätsommer des vergangenen Jahres schloss der Sternen Oberdiessbach, nachdem die damalige Wirtefamilie Konkurs gegangen war. Nun kehrt im Gasthof neues Leben ein. Wirtin Claudia Hänni will Vorhandenes mit Neuem kombinieren und damit nicht nur Töfffahrer ansprechen.

«Kaffeekultur ist wie Weinkultur. Die Qualität des Kaffees ist wichtig», sagt Claudia Hänni (47), während sie mit geübten Griffen an der roten Kolbenmaschine hantiert und zwei Espressi zubereitet. Ab Mitte Juni will die neue Sternen-Wirtin dem Gasthof neues Leben einhauchen.

Ein bisschen Italianità


Ihr Konzept scheint durchdacht und Ideen was Innendekoration und künftige Anlässe betrifft, sprudeln nur so aus ihr heraus. «Wir bieten Schweizer Küche mit einem italienischen Touch an», beschreibt sie die kulinarische Ausrichtung. Mit dem Italiener Giuseppe Brattoli habe sie dazu den perfekten Koch gefunden.

«Es musste wohl so sein», sagt sie mit einem Schmunzeln. Die Verpflichtung des Kochs sei erst vor Kurzem erfolgt. Und auch die Übernahme des Sternens habe sich erst im April abgezeichnet. «Das Lokal wurde an mich herangetragen», ergänzt sie glücklich. Den Traum eines eigenen Lokals habe sie schon länger gehabt, ein Bekannter habe sie schliesslich auf das leerstehende Restaurant in Oberdiessbach aufmerksam gemacht.

Von der Gemüsegärtnerin zur Pächterin


Ganz fremd ist Claudia Hänni die Branche denn auch nicht. Es ist eher eine Rückkehr. Oder: «Mein viertes Leben», wie die zweifache Mutter mit einem Lachen anfügt. Und erklärend ausführt: «Ich bin ausgebildete Gemüsegärtnerin, führte gemeinsam mit meinem Ex-Partner zwei Restaurants, habe dann als Angestellte in verschiedenen Branchen gearbeitet und bin nun selbständig.»

Die in den verschiedenen Bereichen gemachten Erfahrungen würden ihr jetzt zu Gute kommen. So stehen hinter dem Sternen in grossen Betonkübeln bereits selbst angepflanzte Kräuter, die künftig in der Küche Verwendung finden. Alte Fensterläden warten auf den letzten Feinschliff, bevor sie in den Toiletten als Deko aufgehängt werden. Und auch die Buchhaltung will Claudia Hänni teilweise selber führen. „Damit ich rechtzeitig reagieren kann.“

Geschichtsträchtiges Gebäude


Die bewegte Geschichte des Restaurants empfinde sie als Herausforderung. Das Gebäude verfüge jedoch über bisher ungenutzte Ressourcen, die neue Möglichkeiten eröffnen würden. „Im schönen Weinkeller möchte ich künftig Apéros anbieten und im Schopf soll regelmässig ein 'Biker-Brätle' stattfinden“, ergänzt Hänni, die selber leidenschaftlich gerne Motorrad fährt. Eine Buell – „die Sportversion einer Harley“.

Im Sternen solle jedoch dennoch nicht alles anders werden. „Altbewährtes soll bleiben. Das Gebäude wurde 1893 erbaut und verfügt über so viel Geschichte. Dem Inhaber und mir ist es wichtig, diese zu wahren“, sagt Hänni. Und auch wenn sie in Bezug auf den grossen Parkplatz gezielt Motorradfahrer, Chauffeure sowie Pendler, die frühmorgens einen Kaffeehalt einlegen möchten, ansprechen möchte, willkommen seien alle. „Ich nehme die Menschen, wie sie sind. Der Kundenkontakt ist das Schönste an diesem Beruf.“

[i] Die Neu-Eröffnung des Restaurants zum Sternen findet am Donnerstag, 15. Juni, ab 17 Uhr statt. 


Text und Bilder: Eva Tschannen

Dorf-Chäsi Oberdiessbach: Ein Ort für Spezialitäten, Persönliches und zum "Gänggele" 06.06.2017

Schon als Kind wollte sie Verkäuferin werden: Esther Bärtschi geht in der Dorf-Chäsi ihrem Traumberuf nach. (Bilder: Eva Tschannen)
Ob ein Stück Emmentaler, ein Güetzi oder etwas vom nachfüllbaren Waschmittel. In der Dorf-Chäsi an der Schulhausstrasse gibt es fast alles für den täglichen Gebrauch zu kaufen. „Viele sagen uns, sie kommen einfach gerne in die Chäsi“, beschreibt Verkäuferin Esther Bärtschi den besonderen Charakter des Geschäfts.

Bei der Dorf-Chäsi ist schon früh morgens einiges los. Bauern aus der Umgebung liefern kurz nach 6 Uhr die erste Milch an, die in einem grossen Tank gesammelt und später abgeholt wird. Und auch im Laden selber laufen die Vorbereitungen für den anstehenden Tag. Während die Ladenleiterin Christine Fink üblicherweise kurz vor halb Sieben die frischen Produkte einräumt, ist am Donnerstag bereits um viertel vor Fünf Arbeitsbeginn – ein Lastwagen bringt die sogenannten Hartwaren.

Ein bunter Mix an Kunden

Von Müdigkeit ist wenige Stunden später in der Dorf-Chäsi jedoch nichts spürbar. Esther Bärtschi, die aufgrund der Ferienabwesenheit von Christine Fink den Frühdienst heute übernommen hat, und Anna Ramseier sind damit beschäftigt, Joghurt, Mehl und andere Produkte in den Regalen einzuräumen. In regelmässigen Abständen klingelt die Ladenglocke und eine der beiden wechselt zur Kasse oder hinter die Käse-Theke, um Kunden zu bedienen.

«Das Persönliche ist das Schönste an meinem Beruf», sagt Esther Bärtschi, die bereits als Kind unbedingt Verkäuferin werden wollte. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und den zwei Kindern in Herbligen einen Bauernhof und arbeitet Teilzeit in der Dorf-Chäsi, die wie elf andere Betriebe zur Chrüzwäg Chäsi Oberlangengegg gehört. «Die Kundschaft ist sehr gemischt. Es kommen sowohl Bewohner vom Kastanienpark, als auch Schulkinder, die etwas 'gänggelen' wollen», freut sich Bärtschi über den bunten Mix.

Von den Auswirkungen der Konkurrenz…

Etwas, das auch Anna Ramseier besonders schätzt. «Ich komme sonst nicht allzu viel unter die Leute», sagt sie mit einem Schmunzeln. Wie alle der drei Teilzeitangestellten führt sie mit ihrer Familie einen Bauernbetrieb. Seit rund 14 Jahren arbeitet sie im Chäsi-Laden. Eine lange Zeit, in der es auch die ein oder andere Veränderung gegeben habe. «Seit vor wenigen Jahren das Avec eröffnet hat, machen wir am Samstag weniger Umsatz», hält sie fest.

Befürchtungen in dieselbe Richtung äussert Esther Bärtschi. «Persönlich mache ich mir Sorgen, was die Eröffnung des auf dem Industrieareal geplanten Volg-Ladens für uns für Folgen hat. Glücklicherweise können wir jedoch auf eine treue Stammkundschaft zählen.»

... und den Vorteilen der Stammkundschaft

Im Laden herrscht denn auch eine fast familiäre Atmosphäre. «Wir spüren, dass wir in einem Dorf sind. Man sagt sich 'Sälü' und kennt die Gewohnheiten. Ein Kunde kommt jeweils am Samstag um 11 Uhr. Kommt er ausnahmsweise einmal bereits um 9 Uhr, fragen wir ihn verwundert, ob bereits fast Mittag sei», berichtet Esther Bärtschi mit einem Lachen.

Zudem profitiere der Laden, der etwas versteckt oberhalb der Kirche liegt, auch von Mund-zu-Mund-Propaganda. So kämen etwa für die Bigler-Meringuen, die verschiedenen Mehle der Mühle Schüpbach oder die hauseigene Fondue-Mischung auch Leute von ausserhalb. «Ein älterer Mann kommt jeweils extra mit dem Velo von Steffisburg», freut sich Bärtschi. Besonders schätzen würden die Kunden, dass sie aus den rund 70 Sorten an Käse im Offenverkauf mehrere auswählen und auch kleinere Mengen kaufen könnten.

Die Metzgerei fehlt

Wie viele Kilogramm an Emmentaler, Frauenpower und weiteren Käse-Spezialitäten dabei täglich über die Ladentheke wandern, sei schwer zu sagen. «Es ist unterschiedlich, durchschnittlich kaufen die Kunden aber für rund 20 Franken ein», sagt Bärtschi. Und auch wenn die Dorf-Chäsi seit der Schliessung der Metzgerei Dällenbach mehr Fleischprodukte im Sortiment hat und dies von den Kunden rege genutzt wird, wünscht sie sich für Oberdiessbach: «Dass es wieder eine Metzgerei gibt.»

Text und Bilder: Eva Tschannen

«Schweizer Jugend forscht»: Erste Gewinnerin kam aus Oberdiessbach 06.06.2017

Vor 50 Jahren wurde erstmals der Wettbewerb „Schweizer Jugend forscht“ ausgeschrieben. Gewonnen hatte 1967 eine junge Frau aus Oberdiessbach mit einer Flechtenuntersuchung.

Rosmarie Honegger-Lehmann ist in Oberdiessbach an der Freimettigenstrasse aufgewachsen, wurde zunächst Lehrerin und studierte anschliessend in Basel Biologie. Sie doktorierte 1976 mit einer elektronenmikroskopischen Arbeit über Flechten und forschte danach weiter an Flechten und anderen Pilz-Pflanzen-Interaktionen. Sie ist emeritierte Professorin am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich. Heute lebt Rosmarie Honegger-Lehmann im Kanton Zürich.

Zum Beitrag von SRF mit Video vom 1967...

Bring- und Holtag: Auf Schatzsuche beim Werkhof 09.05.2017

Beim Bring- und Holtag in Oberdiessbach kam einiges zusammen. (Fotos: Tobias Kühn)
Bücher, Spielsachen, Tassen, ein Werkzeugkoffer oder Gartenwerkzeug: Am ersten Bring- und Holtag in Oberdiessbach kamen jede Menge noch brauchbare Gegenstände zusammen. Diverse Schätze fanden neue Besitzer.

Während letzten Samstag die Tore zum Werkhof um ein Uhr erst gerade zum Holen öffneten, kam der erste schon wieder heraus. "Yes!", strahlte der Glückliche. Auf der Schulter trug er einen Flachbildschirm.

Einfach Mal schauen

Der junge Mann war eine von rund vierzig Personen, die pünktlich um 13 Uhr zum Oberdiessbacher Werkhof pilgerten, um möglicherweise einen verborgenen Schatz zu entdecken. Und genau das war die Idee des Bring- und Holtages. Von 9 bis 12 Uhr konnten Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbacher noch gut erhaltene Gegenstände bei der Warenkontrolle präsentieren. Um 13 Uhr wurde die Halle zum Stöbern und Holen geöffnet.

„Auf der Jagd“ schauten die einen einfach Mal und erbeuteten zum Beispiel ein paar Bücher oder gebrauchte Gesellschaftsspiele. Andere hielten gezielt nach etwas Ausschau. „Wir sind gekommen um uns nach Geschirr umzusehen“, erklärt eine Oberdiessbacherin. Gebracht habe sie ihrerseits am Morgen ein Katzenkistli, das übrigens jetzt schon weg sei.

Viele gute Gegenstände

Gemeindeschreiber Oliver Zbinden, der vor Ort in oranger Leuchtweste das Geschehen verfolgt, scheint zufrieden mit dem Angebot: "Die Leute haben sehr viele, noch gute Gegenstände, gebracht", sagt er. Nur wenig hätte die Warenkontrolle abweisen müssen. Zum Beispiel eine Ladung Ziegel.

Was am Samstag keinen neuen Besitzer fand, wird die Gemeinde selbst entsorgen. Das eine oder andere könnte wohl die Brockenstube nehmen. "Doch die Brocki hat selbst auch Gegenstände gebracht", sagt Zbinden. Insofern sieht er die Tauschbörse der Gemeinde auch nicht als Konkurrenz für die Brocki.

Warteschlange bei den Problemabfällen

Sehr gut genutzt wurde gemäss Zbinden die Sammelaktion für Poblemabfälle am Morgen. Zum Teil seien die Bewohner Oberdiessbachs fast eine Stunde angestanden, um alte Farben, abgelaufene Medikamente oder Reinigungsmittelreste zu entsorgen. Kaum Beachtung fand bei den Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbachern die Möglichkeit um gegen eine Gebühr auch weitere Abfälle zu entsorgen.

Wird die Gemeinde also einen weiteren Bring- und Holtag machen? Oliver Zbinden: „Wir werden den heutigen Tag besprechen, und dann entscheiden“, sagt der Gemeindeschreiber. Seinem Junior jedenfalls scheint es zu gefallen: „Darf ich diese Spiele mitnehmen?“, fragt der. Ja, er darf.

Text und Bild: Tobias Kühn

Jetzt ausmisten: Oberdiessbach lädt zum Bring- und Holtag

Werkhof, Glasholzstrasse 4 (hinter der HEWO-Heizzentrale)
Am 6. Mai ist in Oberdiessbach zum ersten Mal Bring- und Holtag: Am Morgen können intakte Gegenstände beim Werkhof abgegeben werden, am Nachmittag wird die Halle zum Holen geöffnet. Gleichentags findet eine Sammelaktion für Sonderabfälle statt.

"Sie bringen Gegenstände zum Tausch - Sie holen, soviel Sie tragen können", so funktioniert der erste Bring- und Holtag beim Gemeindewerkhof an der Glasholzstrasse 4 in Oberdiessbach.

Bringen bis 12, Holen ab 13 Uhr
Von 9 bis 12 Uhr können die Bewohner ihre Bring-Gegenstände bei der Warenkontrolle präsentieren. Angenommen werden brauchbare und intakte Artikel in gutem Zustand, zum Beispiel Bücher, CDs und Kassetten, Geschirr und Haushaltsgeräte, Werkzeug, Kleinmöbel, Spielsachen, Sportgeräte oder Kleinelektronik.

Explizit nicht angenommen werden defekte Gegenstände sowie Skis und Snowboards, Bekleidung, Elektronik, grosse Möbel und grosse Haushaltsgeräte. Zurückgewiesene Artikel müssen wieder mitgenommen werden.

Um 13 Uhr wird die Halle dann zum Holen geöffnet und die Oberdiessbacherinnen und Oberdiessbacher sind eingeladen, in der Halle zu stöbern und Gegenstände gratis mit nach Hause zu nehmen. Auch nur zu bringen oder nur zu holen ist erlaubt.

Sammelaktion für Sonderabfälle
Ebenfalls am 6. Mai findet eine Gratis-Sammelaktion für Sonderabfälle aus den Haushaltungen der Gemeinde statt. Von 9 bis 12 Uhr sammelt die Gemeinde beim Werkhof zum Beispiel Farben, Klebstoffe, Reinigungsmittelreste, Mineralöle, Chemikalien, Medikamente, Batterien und Spraydosen (Details siehe Flyer).

"Diese Abfälle gehören unter keinen Umständen in den Kehrichtsack oder in die Kanalisation. Die umweltgerechte Entsorgung dient der Erhaltung unserer Lebensqualität!", schreibt die Gemeinde auf ihrem Flyer. Sie führt die Sammelaktion zusammen mit der Thommen-Furler AG durch, welche spezialisiert auf die Entsorgung von Sonderabfällen ist.

Nicht angenommen werden bei der Sammelaktion Sonderabfälle aus Gewerbe und Industrie sowie Tierkadaver, Munition, Sprengstoff, radioaktive Abfälle, Elektrogeräte und normaler Haushaltsabfall.
 

Urs Schneiter: Handwerker, Musikant, Ur-Oberdiessbacher 30.03.2017

Er ist 67 Jahre alt und eigentlich pensioniert. Dennoch steht Urs Peter Schneiter noch fast täglich in seiner Schmitte. Dort übernimmt er Schlosser- und Schmiede-Aufträge, für die sich sonst kaum noch ein Handwerker findet.

Vor der Schmitte an der Krankenhausstrasse 1 stehen Metallteile, Kunstobjekte, ein abholbereiter Kleinauftrag. Drinnen zeigt Urs Schneiter, woran er in diesen Tagen arbeitet: Eine grosse Gartenschere, ein Ofentöri oder eine Glocke gilt es zu reparieren. Dann hält er den Plan eines Balkongeländers in den Händen, für das er die Halter der Graniumkistli anpassen soll. Und hier: eine Skizze, wie sich jemand die Metallbögen für seinen Garten vorstellt.

Jede Woche etwas anderes

"Es gibt kaum noch Handwerker, die das alles flicken", sagt der Oberdiessbacher, der, wenn jemand mit einer Skizze und Ideen zu ihm kommt, versucht zu helfen, zu reparieren und seine Erfahrung umzusetzen. So mache er, im Vergleich zu einem Bäcker, jede Woche etwas anderes.

In Oberdiessbach aufgewachsen, hat Urs Schneiter seine Lehre als Industrieschlosser bei Contrafeu in Münsingen absolviert. Sein Vater, auch er Schlosser, betrieb die Firma Schneiter und Stauffer an der Haubenstrasse. Urs Schneiter jedoch wechselte nach einigen Jahren bei Contrafeu in den Betrieb seines Onkels Paul Kupferschmied, den er im Jahr 2008 schliesslich erbte.

„Man ist heute nicht mehr ein Leben lang im gleichen Betrieb"

Die Firma hatte einst vier Mitarbeiter und erledigte Aufträge für Swisscom und BKW. Früher wurden an der Krankenhausgasse auch Pferde beschlagen. Heute ist es allerdings ruhig im 1937 erbauten Gebäude. "Die Maschinen sind veraltet und nicht mehr SUVA-konform", sagt Schneiter.

So sieht sich der 67-jährige bezüglich Nachfolger im Dilemma: Einerseits sei der Betrieb seine Altersvorsorge, andererseits müsste ein Nachfolger investieren, um ihn weiterbetreiben zu können. Sowieso: "Es ist für Handwerker heute schwierig, Nachfolger zu finden. Man ist nicht mehr ein Leben lang im gleichen Betrieb." Hie und da arbeiten Künstler in Schneiters Schmitte. Und für den Frauenverein hat er auch schon Schweisskurse gegeben.

Musikant, Schütze und Brunnenmeister

Selbst ist Urs Schneiter ebenfalls im Dorfleben aktiv. Bei der Brass Band Oberdiessbach spielt er Kornett und für die Schützen ist er seit rund 20 Jahren Kassier im Amtsvorstand. Als Brunnenmeister ist Schneiter ausserdem dafür verantwortlich, dass die 21 Brünnen im Dorf immer genug Wasser führen.

Wie schätzt der Ur-Oberdiessbacher die Entwicklung seines Dorfes ein? "Wir sind schon ein bisschen eine Schlafgemeinde geworden", findet er. Kulturelle Anlässe im Dorf hätten oft nur wenige Besucher. Und für die Vereine sei es schwierig geworden, Nachwuchs zu finden.

"Manchmal wird fast zu viel verändert"

Müsste man in Oberdiessbach also etwas verändern? Nicht unbedingt: "Manchmal wird fast zu viel verändert", findet Urs Schneiter. Viele Dorfvereine machen es auch gut, sagt er. Auf die Jungen hätte man immer geschaut und der Fussballplatz zum Beispiel, werde gut genutzt.

Text und Bild: Tobias Kühn